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Der Antrag der Regierungsfraktionen wurde heute mit Zustimmung der Opposition angenommen, deren eigene Beschlussvorlage an den zuständigen Ausschuss verwiesen wurde. Die Vorstöße deutscher Politiker hat der Greenpeace-Schifffahrtsexperte Christian Bussau genauer unter die Lupe genommen.

Greenpeace unterstützt die Forderungen der Fraktionen, sagte Bussau. Er befindet sich zurzeit auf dem ehemaligen Feuerschiff Sunthorice im Kontrolleinsatz in der Kadetrinne. Die Bundesregierung muss alles tun, damit altersschwache Tanker mit nur einer Außenwand früher als geplant verboten werden. Hier in der Kadetrinne fahren ständig solche Einhüllen-Tanker, die über 20 Jahre alt sind. Wir registrieren hier mindestens eine solche schwimmende Zeitbombe pro Tag, beladen mit Öl oder Chemikalien!

Auch die vor mehr als vier Wochen im Atlantik vor Spanien gesunkene Prestige war durch die unfallträchtige Wasserstraße in der Ostsee gefahren. Dass die Prestige nicht in der Kadetrinne havariert ist, ist reiner Zufall, sagt Bussau. Insofern ist es richtig, wenn jetzt auch der Bundestag mit uns eine Lotsenpflicht für dieses riskante Seegebiet fordert.

Doch wieder einmal schrecken die Politiker vor umfassenden Maßnahmen zurück. Bedauerlich ist, dass sich die Bundesregierung bisher nur um Öltanker, aber nicht um Chemietanker Gedanken macht, kritisiert Bussau. Ist die Katastrophe der Ievoli Sun vor zwei Jahren schon vergessen, die mit 6000 Tonnen Chemikalien an Bord vor der französischen Küste sank? Zurzeit fahren auf den Weltmeeren fast 4.000 Chemie- und Öltanker, die über 20 Jahre alt sind und nur eine Hülle haben. Alle diese Schiffe müssen schnellstmöglich aus dem Verkehr gezogen werden.

Erfreuliche Nachrichten kommen auch aus der Politikerhochburg der EU in Straßburg. Dort verabschiedete am Donnerstag das Europaparlament eine Entschließung, endlich eine Europäische Küstenwache zu schaffen. Auch dabei handelt es sich um einen Punkt, den Greenpeace schon seit Jahren fordert. Bei einigen Schiffsunglücken in letzter Zeit, wie beispielsweise der Pallas-Havarie 1998 vor Amrum, hat sich gezeigt, dass es mit der internationalen Zusammenarbeit nicht weit her ist. Zuletzt bei der Havarie der Prestige im November boten die beteiligten Küstenwachen von Spanien und Portugal kein rühmliches Bild.

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