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Jahrelang hat sich der Förderbeginn der "Prirazlomnaya"-Plattform aufgrund technischer Probleme verschoben. Weder Gazprom noch einer der anderen in der Arktis tätigen Ölkonzerne ist im Falle eines Ölunfalls ausreichend gerüstet, um austretendes Öl wirksam zu bekämpfen. Die rauen Wetterbedingungen und die großen Entfernungen zu jeder Art von Infrastruktur wie Schiffen, Flugplätzen und Ölauffangmöglichkeiten können jeden größeren Ölunfall zur Umweltkatastrophe werden lassen.
Gazprom ist der größte russische Ölkonzern, der in der Arktis nach Öl bohren lässt. In einer Kooperation mit Shell sollen in Zukunft noch weitere Ölvorkommen in der russischen Arktis ausgebeutet werden. Bezeichnend für die Offshore-Ölprojekte von Gazprom sind Verzögerungen, Missachtung von Sicherheitsstandards und mangelhafte Notfallpläne.
"Dies ist ein schwarzer Tag für die Arktis. Gazprom ist das erste Unternehmen auf der Erde, das Öl in den eisigen arktischen Gewässer fördert", sagt Faiza Oulahsen, Klimaexpertin von Greenpeace Niederlande. "Die Sicherheitsbilanz von Gazprom an Land ist entsetzlich und wir können nicht darauf vertrauen, dass der Konzern sicher in einem der sensibelsten und schönsten Regionen der Erde bohren wird."
An der Gazprom-Ölplattform Prirazlomnaya hatte die Crew der des Greenpeace-Schiffs Arctic Sunrise am 18. September friedlich gegen das erstmalige Fördern von Öl in arktischen Gewässern protestiert. Auf dem Schiff befanden sich die 'Arctic 30': 28 Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten sowie 2 Journalisten. Gegen sie hatten russische Behörden Anklage wegen 'Hooliganism (Rowdytum)' erhoben. Aufgrund einer Amnestie des russischen Parlaments ist die Anklage eingestellt worden.
Schreiben Sie dem neuen Geschäftsführer von Shell, Ben van Beurden, eine Protestmail und fordern Sie ihn auf, die Partnerschaft mit Gazprom zu kündigen und Shells Arktis-Projekt zu beenden!
Zum Weiterlesen:
Chronologie der Arctic 30
Russisches Parlament beschließt Amnestie für die Arctic 30