Krieg im Iran / teurer Sprit: Übergewinne der Ölkonzerne
- mitwirkende Expert:innen Lena Donat
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Mit dem Irankrieg ist Tanken teuer. Doch einiges davon ist einfach auch nur Abzocke der Ölkonzerne: Laut einer Rechnung von Greenpeace belaufen sich die Übergewinne auf 21 Millionen Euro pro Tag.
Der Beginn des Irakkriegs Ende Februar 2026 war kaum ein paar Stunden her, da begannen die Tankstellenpreise schon zu klettern. Innerhalb weniger Tage erreichten sie das höchste Niveau seit 2022, dem ersten Jahr des Ukraine Kriegs. Dabei war der jetzt verkaufte Sprit doch schon vor Monaten als Öl eingekauft und Wochen zuvor zu Diesel und Benzin raffiniert worden. Diesem Gefühl, abgezockt zu werden, wollte Greenpeace nachgehen und gab eine Untersuchung beim Branchenexperten und Berater Steffen Bukold in Auftrag. Das Ergebnis: Der Preis an der Tankstelle ist weit stärker gestiegen als der des zugrundeliegenden Rohöls. Der Vorwurf von Übergewinnen liegt in der Luft.
Die Studien zeigt, dass die deutlich ausgeweiteten Gewinnmargen der Branche hohe Übergewinne bescheren - auf Kosten der Autofahrenden. In den ersten beiden Kriegswochen verdienen die Konzerne allein in Deutschland bei Diesel zusätzliche 17,9 Millionen Euro, bei Benzin 3,2 Millionen Euro. Zusammen sind das gut 21 Millionen Euro zusätzlicher Gewinne - pro Tag.
„In Europa ächzen Millionen unter massiv gestiegenen Preisen und die Ölkonzerne stopfen sich an der Tankstelle die Taschen voll - das ist widerlich und muss sofort gestoppt werden. Die Bundesregierung muss diese Übergewinne abschöpfen und das Geld so investieren, dass wir künftig unabhängiger werden von fossilen Abzockern und Kriegsprofiteuren.“
Mit den 21 Millionen Euro an täglichen Extragewinnen der Konzerne könnte der Bund pro Tag 1300 kleine E-Autos verschenken. Alternativ könnte die Bundesregierung jeden Tag 840 Haushalten eine Wärmepumpe inklusive Einbau, 35.000 Haushalten ein Balkonkraftwerk oder 27.700 Menschen ein kostenloses ÖPNV-Jahresticket schenken.
Die Studie widerlegt das Argument der Branche, sie reiche lediglich Weltmarktpreise weiter. Da fast alle Raffinerien in Deutschland im Besitz derselben Konzerne sind, die auch die Tankstellennetze kontrollieren, besteht eine enorme Marktmacht. Besonders brisant: Heimische Raffinerien produzieren seit Jahren mehr Benzin, als Deutschland verbraucht – eine Abhängigkeit von verteuerten Importen, die den Preisanstieg rechtfertigen könnte, existiert hier faktisch nicht. Auch der in Deutschland verkaufte Diesel wird fast ausschließlich im Inland produziert. „Die schamlose Willkür der Konzerne zeigt sich bei den viel stärker gestiegenen Dieselpreisen besonders deutlich“, so Donat. „Wenn im Grunde jeder Liter Diesel hier raffiniert wird, dann gibt es nur einen plausiblen Grund für die hohen Tankstellenpreise: Gier.“
Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, dem Treiben nicht länger zuzusehen. Eine wirksame Übergewinnsteuer muss sicherstellen, dass Krisenprofite vollständig abgeschöpft und genutzt werden, um Verbraucher:innen unabhängiger von Öl und Gas zu machen.
Übergewinne der Mineralölkonzerne im deutschen Tankstellenmarkt
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