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Oilympics: Ölverschmierte Olympiaringe in Winterlandschaft

Olympische Winterspiele in Zeiten der Klimakrise

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Die Temperaturen steigen, die Gletscher schmelzen und weltweit gibt es immer weniger Schnee – und damit immer weniger geeignete Orte für Wintersport wie die Olympischen Winterspiele. Maßgeblich verantwortlich für die Erderhitzung ist die fossile Industrie, mit katastrophalen Auswirkungen für weit mehr als nur die Wettkämpfe. Doch ausgerechnet Konzerne dieser Branche treten gerne als Sponsor bei Sportveranstaltungen auf, deren Zukunft sie selbst zerstört. Schluss damit, fordert Greenpeace.

Bis 2080 werden im Vergleich zu heute nur noch knapp halb so viele Austragungsorte für die Olympischen Winterspiele zuverlässig zur Verfügung stehen. Der Rest wird mindestens “klimatisch unzuverlässig” oder gänzlich ungeeignet sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Internationale Olympische Komitee 2024 selbst in Auftrag gegeben hat. An lediglich 46 der 93 untersuchten Orte wird die natürliche Schneemenge demnach ausreichen, um Sportler:innen in sichere und faire Wettkämpfe zu schicken. 

Bereits heute sind die Auswirkungen der Klimakrise auf den Wintersport weltweit überdeutlich: Die Winterspiele in Peking 2022 waren die ersten in der olympischen Geschichte, die zu 100 Prozent auf Kunstschnee stattfanden. Und die Ski-Weltcup-Saison 2022/23 litt anfangs an so warmem Wetter und Schneemangel, dass der Internationale Skiverband (FIS) einen Großteil der ersten Rennen entweder verschieben oder sogar ganz absagen musste. Erschwerte Trainingsbedingungen, erhöhte Verletzungsgefahr und die generelle Sorge um die Zukunft ihres Sports veranlasste mehr als 500 Athlet:innen, in einem offenen Brief verstärkte Klimaschutzanstrengungen vom IOC zu fordern. Greenpeace unterstützt ihre Forderungen.

Mit Öl übergossene Olympische Ringe

 “Sportswashing”: Mit unsportlichen Methoden zum sauberen Image

Maßgeblich verantwortlich für die Klimakrise und somit auch dafür, dass Wintersport in Zukunft wohl ein seltenes Vergnügen wird, ist die fossile Industrie. Besonders zynisch also, wenn ausgerechnet Öl- und Gaskonzerne ihr Image durch Sportsponsoring aufpolieren und ihre Logos neben Weltklasseathlet:innen glänzen lassen. Aktuelles Beispiel für ein solches “Sportswashing”: der italienische Öl- und Gasriese Eni, der die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina sponsert. 

Die Menge an Gletschereis, die aufgrund der von Eni allein für 2024 gemeldeten Treibhausgasemissionen voraussichtlich verloren geht, würde fast 2,5 Millionen olympische Schwimmbecken füllen! Dennoch nutzt der fossile Konzern das olympische Feuer als Werbefläche, sonnt sich im Erfolg von Sportler:innen, deren Wettkampfgrundlagen sie selbst zerstören.

Gänzlich unsportlich reagiert Eni außerdem auf diejenigen, die die katastrophalen Folgen der Öl- und Gasgeschäfte offenlegen. Eine Studie, die Greenpeace Niederlande 2023 veröffentlicht hat, bringt Eni mit 27.000 temperaturbedingten zusätzlichen Todesfällen bis zum Ende des Jahrhunderts in Verbindung. Anstatt aber sein todbringendes Geschäftsmodell zu überdenken, versucht der Konzern seither, Greenpeace auf dem Rechtsweg zum Schweigen zu bringen. Jurist:innen nennen solche Klagen SLAPP (Strategic Lawsuit Against Public Participation), also eine strategische Klage gegen öffentliche Beteiligung. Die Absicht dahinter ist nichts anderes als Schikane und Einschüchterung.

Greenpeace fordert: Fossile Industrie raus aus Sportsponsoring

In einem offenen Brief fordert Greenpeace jetzt das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, Sponsoren aus der fossilen Industrie von den Olympischen und Paralympischen Winterspielen auszuschließen – und sich dazu zu verpflichten, auch künftig das Sponsoring durch Öl- und Gaskonzerne bei allen Olympischen Spielen zu beenden.

Es wäre nicht die erste Grundsatzentscheidung des IOC gegenüber einer Branche, der man besser keine goldene Bühne bietet: Bereits bei den Winterspielen 1988 in Calgary wurde Tabakwerbung aufgrund der nachweislich gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens verboten. Sportverbände und Veranstalter weltweit folgten diesem Beispiel. 

Und auch die fossile Industrie hat schon einmal einen Dämpfer in Sachen Sportswashing erlebt, als die Stadtverwaltung von Paris ihre Werbemöglichkeiten des Konzerns Total Energies bei der Rugby-WM 2023 in Frankreich stark einschränkte. Vorausgegangen waren massive Proteste von Greenpeace mit der Forderung, das fossile Sponsoring zu beenden.  

Das Sponsoring durch fossile Konzerne nützt einzig und allein der Öl- und Gasindustrie. Sie lenkt damit von der durch sie verursachten Umwelt- und Klimazerstörung ab. Das IOC und alle, denen Wintersport am Herzen liegt dürfen nicht länger zulassen, dass sich diejenigen ihre Weste reinwaschen, die die Zukunft des Wintersports bedrohen.

Mobilisation for Europe’s Energy Independence in Brussels
© Eric De Mildt / Greenpeace

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Greenpeace/photographer

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