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Unterwasserbild: Amazonas-Riff mit Korallen und Fischen
© Greenpeace

Großer Erfolg für Schutz des Amazonas-Riffs: Total und BP wird Bohrerlaubnis vorerst entzogen

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Eine fantastische Nachricht: Der Schutz des erst vor Kurzem entdeckten Korallenriffs vor der brasilianischen Küste ist ein großes Stück näher gerückt. Die brasilianische Umweltbehörde IBAMA hat den Prozess zur Vergabe neuer Probebohrlizenzen an BP und Total gestoppt. Die Ölkonzerne hatten sich bereits vor der Entdeckung des Riffs Lizenzen für die dortige Tiefsee gesichert.

„Die Risiken, die von den Ölbohrungen für das einzigartige und noch nicht mal erforschte Ökosystem Amazonas-Riff ausgehen, sind einfach zu groß“, argumentiert die Umweltbehörde in ihrer Stellungnahme. „Die beiden Ölkonzerne haben in ihren Umweltverträglichkeitsprüfungen diesen Punkt viel zu wenig berücksichtigt. Außerdem bedroht ein Ölunfall nicht nur die Gewässer Brasiliens, sondern im Zweifelsfall auch den ganzen Karibikraum“, so die Behörde weiter. Besser hätte Greenpeace das auch nicht sagen können.

UNERFORSCHTES KORALLENRIFF

Das 9500 Quadratkilometer große Riff wurde erst 2016 in 120 Metern Tiefe im Atlantik entdeckt, 100 Kilometer von der Amazonas-Mündung entfernt. Anfang 2017 war Greenpeace mit dem Schiff Esperanza, einem Team von Wissenschaftlern, mit Tauchrobotern und einem Tauchboot vor Ort – um das Riff erst einmal in Augenschein zu nehmen, zu vermessen, Arten zu dokumentieren und Fotos zu machen. Zeitgleich engagierte sich die Umweltschutzorganisation gegen die Pläne der Konzerne BP und Total, in der Region nach Öl zu bohren – ein Unterfangen, das das Riff massiv gefährden würde. Bis heute haben weltweit mehr als eine Million Menschen eine Petition unterzeichnet, das Amazonas-Riff zu schützen.

„Wir wissen mehr über den Mond als über dieses Korallenriff“, sagt Sandra Schöttner, Greenpeace-Expertin für Meeresschutz. „Es darf einfach nicht der Profitgier zum Opfer fallen. Ich bin so froh, dass BP und Total erst mal ein Riegel vorgeschoben wurde!“. Die Meeresbiologin war Anfang des Jahres Teil des Forscherteams auf der Esperanza. Ihre Erlebnisse beschreibt sie so: „Dort unten ist eine Welt jenseits unserer Vorstellungskraft. Das Ökosystem ist unglaublich artenreich und nach heutigem Wissenstand einmalig. Ich bin mir sicher, dass wir dort Lebewesen finden werden, die uns bis heute unbekannt sind!“

GEFAHR NOCH NICHT GEBANNT

Allerdings ist der Schutz des Riffs noch nicht vollständig in trockenen Tüchern. Denn dass die Vergabe der Bohrlizenzen auf Eis gelegt wurde, heißt nicht, dass BP und Total nicht neue Genehmigungen beantragen könnten. Deswegen fordert Greenpeace die Ölkonzerne auf, sich aus freien Stücken von ihren Ölbohrplänen in der Region zu verabschieden. Die Suche nach neuen Ölvorkommen muss gestoppt werden – vor allem in sensiblen Ökosystemen, aber auch generell: Weil die entstehenden CO2-Emissionen die Klimaziele von Paris in weite Ferne rücken ließen.   

  • Sandra Schöttner glücklich über die Entwicklung des Amazonas-Riffs.

    Glücklich!

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