Skip to main content
Jetzt spenden
Greenpeace-Protest am Stuttgarter Landtag. "Grüne: Kein Wortbruch! Castor nach Philippsburg" 27.10.2011
Martin Storz / Greenpeace

Zwischenlagerung an AKW-Standorten ermöglichen

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Baden-Württembergs grüner Umweltminister Franz Untersteller hat den Vorwurf des Wortbruchs in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Greenpeace betreibe Stimmungsmache, schreibt er in einem offenen Brief. Es sei allein Sache des Atomkraftwerksbetreibers EnBW, beim Bundesamt für Strahlenschutz den erforderlichen Antrag auf eine sogenannte Erweiterungsgenehmigung für das Zwischenlager Philippsburg zu stellen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Baden-Württembergs Landesregierung: Großaktionär bei EnBW

Die grün-geführte Landesregierung hält mit 46,55 Prozent das größte Aktienpaket der EnBW - ein Erbe, das sie vom früheren Landeschef Stefan Mappus übernommen hat. Damit könnte sie erheblichen Einfluss geltend machen. Nehmen Sie die EnBW endlich in die Verantwortung, fordert Tobias Münchmeyer, Atomexperte bei Greenpeace. Rufen Sie die EnBW dazu auf, einen Antrag zu stellen und die noch zu erwartenden Castoren in Philippsburg zwischenzulagern.

Die EnBW hat mehr als 1.000 Tonnen hochradioaktiven Atommüll in die Plutoniumfabrik La Hague (Frankreich) geschickt: abgebrannte Brennelemente aus den AKW Philippsburg, Neckarwestheim und Obrigheim. Das entspricht ungefähr 110 Castoren.

[[{"fid":"45825","view_mode":"default","type":"media","attributes":{"alt":"","class":"adaptive-image media-element file-default"}}]]

Die bereits aus Frankreich zurücktransportierten hochradioaktiven Abfälle lagern nun im niedersächsischen Zwischenlager Gorleben. Sie wären am AKW Philippsburg jedoch sicherer untergebracht als in der Lagerhalle im niedersächsischen Wendland, die in der Region auch Kartoffelscheune genannt wird. Dass die Zwischenlagerung am AKW sicherer ist, belegt eine Studie, die Greenpeace erst kürzlich vorgestellt hat.

Die Not mit dem Atommüll

In Deutschland wird seit Jahrzehnten hochradioaktiver Müll produziert, obwohl es kein Endlager dafür gibt. Bis 2005 wurden die abgebrannten Brennelemente nach La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) transportiert, um dort wiederaufgearbeitet zu werden. Seit die Verträge endeten, bleiben die Brennstäbe in den eigens eingerichteten AKW-Zwischenlagern.

Für den hochstrahlenden älteren Müll aus der Wiederaufarbeitung aber ist Gorleben das einzige genehmigte Lager. In Castoren verpackt kommt der Müll zurück und wird in der Kartoffelscheune zwischengelagert. Für Ende November ist der letzte dieser Transporte mit hochradioaktivem Abfall aus La Hague angekündigt: elf Castoren, 1.500 Kilometer Fahrt quer durch Frankreich und Deutschland. 2014 starten die Transporte aus Sellafield.

Möglicher Einlagerungsstopp in Gorleben öffnet Weg für das Zwischenlager Philippsburg

Nach Ansicht von Greenpeace müsste der diesjährige Castortransport abgesagt werden. Erst gestern hat Greenpeace belegt, dass der zulässige Strahlengrenzwert bis Jahresende überschritten werden könnte. Die Strahlenmesswerte bilden die Entscheidungsgrundlage für die weitere Einlagerung von Castoren in Gorleben. Die Entscheidung des niedersächsischen Umweltministeriums ist für Ende Oktober angekündigt.

Mitmachen: Auch Sie können gegen den Castortransport nach Gorleben protestieren: Zeigen Sie Ihre Meinung - mit einem leuchtenden X. Auf GreenAction, unserer Kampagnencommunity, sind schon ein paar Fotos hochgeladen. Dort finden Sie auch Infos zur Demo am 26. November.

  • Greenpeace-Banner an der Fassade des baden-württembergischen Landtags 27.10.2011

    Aufforderung an die Grünen

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren