Jetzt spenden
Luftaufnahme des niedersächsischen Zwischenlagers Gorleben, 1996
Martin Langer / Greenpeace

Das Zwischenlager Gorleben

Das Zwischenlager Gorleben wird von der Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG) betrieben, einer hundertprozentigen Tochter der Gesellschaft für Nuklearservice mbH (GNS). Die GNS ist eine Gesellschaft, die die deutschen Atomkraftwerksbetreiber gegründet haben, damit sie sich um ihren Atommüll kümmert.

Auf der Grundlage der vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilten Genehmigung vom 2. Juni 1995 [1] dürfen in Gorleben bestrahlte, abgebrannte Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken sowie hoch radioaktive Abfälle aus der „Wiederaufarbeitung“ solcher Brennelemente für 40 Jahre eingelagert werden. Letztere liegen in Form so genannter HAW (high active waste)-Glaskokillen vor. Gorleben ist das bisher einzige Zwischenlager in Deutschland, das solche Kokillen annehmen darf. Die Halle des Zwischenlagers umfasst auf einer Fläche von 5200 Quadratmetern 420 Stellplätze für die Transport- und Lagerbehälter mit Atommüll. Rund 160 davon sind für HAW reserviert.

Transport- und Lagerbehälter

Das Zwischenlagerkonzept sieht vor, dass die Atomabfälle während der gesamten Lagerzeit in den Transportbehältern (zumeist vom Typ Castor [2]) bleiben. Daher kommt auch der Name Transportbehälterlager (TBL) Gorleben. Gemäß der herrschenden Sicherheitsphilosophie hat die Lagerhalle selbst keinerlei Barrierefunktion. Die Atombehälter müssen daher sowohl für den Transport als auch für eine Langzeitlagerung geeignet sein.

Trockenlagertechnik

Sowohl die bestrahlten Brennelemente aus den Atomkraftwerken als auch die HAW-Glaskokillen aus der sogenannten Wiederaufarbeitung im Ausland werden trocken aufbewahrt. Die Wärmeabfuhr aus der Lagerhalle erfolgt mittels Belüftungsöffnungen im unteren Teil der Hallenwände und Entlüftungsöffnungen im Dachbereich. Diese Naturzugkühlung macht sich zunutze, dass die Atombehälter (bei Einlagerung beträgt die Temperatur an der Außenseite bis zu 85 Grad Celsius) die Luft aufheizen. Die warme Luft steigt nach oben und gelangt über die Lüftungsschlitze im Dach ins Freie. Durch die Öffnungen in den Seitenwänden strömt kalte Luft von außen nach. Auf Abluftfilter wurde aus Kostengründen verzichtet. Man vertraut darauf, dass die Behälter dicht bleiben und die radioaktiven Stoffe auch bei schweren Unfällen sicher einschließen.

Die Außenwände des TBL sind zum unteren Bereich hin von 20 auf 50 Zentimeter Dicke verstärkt, um eine erhöhte Strahlenabschirmung zu erreichen. Denn sowohl Gamma- als auch Neutronenstrahlung wird durch die Behälterwände nur unzureichend abgeschirmt. Eine Be- oder Entladung bzw. eine Be- oder Verarbeitung der Brennelemente oder der HAW-Glaskokillen soll im Zwischenlager selber nicht stattfinden.

Fußnoten
[1] Am 1. Dezember 2000 und am 18. Januar 2002 wurden Änderungsgenehmigungen erteilt.
[2] CASTOR ist die Abkürzung für "Cask for the storage and transport of radioactive material"
 

  • Atommüllbehälter im Zwischenlager Gorleben, 1994

    Lager auf Zeit

    Überspringe die Bildergalerie
  • Zwischenlager Gorleben

    Atommüll

    Überspringe die Bildergalerie
  • Greenteam "Castor"-Protestbanner

    Gegen Castortransporte

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Petition

https://act.greenpeace.de/eu-verbot-fossile-energien

Offener Brief: Neue fossile Energieprojekte in Europa verbieten - jetzt!

Wir alle müssen jetzt den klimatischen und ökologischen Notstand als die existenzielle Krise behandeln, die er ist. Unser Leben hängt davon ab. Deshalb fordern wir die EU-Institutionen dazu auf: Stoppt neue Öl- und Gasprojekte!

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Datum
Protesters holding yellow banner that says "defend the climate - not fussil fuels"

Mehr zum Thema

Atommeiler in Cattenom
  • 19.06.2024

Atomenergie ist ein volkswirtschaftliches Risiko, so eine aktuelle Greenpeace-Studie. Die Rechnung für unkontrollierte Kostensteigerungen und massive Verzögerungen begleichen die Steuerzahlenden.

mehr erfahren
Nuclear Action at EnBW in Germany
  • 24.05.2024

Tausende von Jahren sollte das „Versuchsendlager“ im ehemaligen Salzbergwerk Asse II sicher sein. Knapp vier Jahrzehnte später säuft es durch Wassereinbrüche ab, die Schachtanlage droht einzustürzen.

mehr erfahren
In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.
  • 26.04.2024

Am 26. April 1986 erschüttert eine Explosion das Atomkraftwerk Tschornobyl. Eine radioaktive Wolke verseucht die Region und zieht über Europa. Ursache sind menschliches Versagen und technische Mängel.

mehr erfahren
Greenpeace and BUND Naturschutz Celebrate Nuclear Phase-out in Munich
  • 12.04.2024

Vor einem Jahr ging das letzte AKW in Bayern vom Netz. Strom aus erneuerbaren Energien hat deutschlandweit Atomstrom ersetzt. Nur der Freistaat hinkt hinterher. Warum ist das so?

mehr erfahren
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht
  • 09.04.2024

Happy Birthday, Atomausstieg! Auch wenn ein Jahr nach dem deutschen Ausstieg vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, laut einer aktuellen Studie sprechen die Fakten dagegen.

mehr erfahren
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.
  • 11.03.2024

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren