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Symbolbild Atommüll Fass, November 2008
Jan Kornstaedt / Greenpeace

Atommüll: Entsorgung ungelöst

Auf der Suche nach einem Endlager wird in Deutschland nur in eine Richtung gedacht: Die hochradioaktiven Abfälle sollen tiefengeologisch endgelagert, das heißt ohne Rückholmöglichkeit mehrere hundert Meter tief unter der Erde versenkt werden.

Beim tiefengeologischen Vergraben wird der Atommüll unterhalb des Grundwasserspiegels gelagert. Eine radioaktive Verseuchung des Grundwassers muss unbedingt ausgeschlossen werden. Wenn Wasser mit den radioaktiven Stoffen in Berührung kommt, kann es die Radioaktivität zurück zum Menschen leiten.

Statt eine wissenschaftlich seriöse Suche nach der wasserdichtesten Gesteinsformation zu starten, bestimmten die Verantwortlichen 1977 den Salzstock Gorleben zum Standort für ein Endlager - ohne eine einzige unterirdische Untersuchung.

Ausschlaggebend für diese Wahl waren die damalige Grenznähe, die geringe Bevölkerungsdichte und der Wunsch, zügig eine Lösung für das drängende Atommüllproblem präsentieren zu können. Drängend auch darum, weil der Betrieb von Atomkraftwerken in Deutschland vom Entsorgungsnachweis abhängt. Gorleben ist seit Jahrzehnten der Alibi-Endlagerstandort der AKW-Betreiber.

Bereits bei den ersten Bohrungen 1981 stellten Wissenschaftler fest, dass sich über dem Gorlebener Salzstock keine durchgehende wasserdichte Tonschicht befindet, die als Barriere zwischen Salzstock und Grundwasser fungieren kann. Dies hätte das Aus für Gorleben bedeuten müssen. Doch die damalige Bundesregierung ignorierte die Ergebnisse und hielt am Salzstock fest.

Seitdem wurden die Sicherheitskriterien für Endlager immer weiter abgeschwächt. Direkt über dem Salzstock wurde eine oberirdische Zwischenlagerhalle errichtet. Dorthin rollen seit 1995 Castoren mit Atommüll. Der massive Widerstand der Menschen im Wendland richtet sich nicht nur gegen die Transporte, sondern auch gegen die unverantwortliche Entscheidung, den Salzstock zum Endlager zu machen.

Die Mär vom sicheren Endlager

An zwei Stellen in Deutschland wurden bereits schwach- und mittelradioaktive Abfälle unterirdisch gelagert. Nach nur drei Jahrzehnten stellte sich heraus, dass die Experten mit ihren Sicherheitsprognosen völlig falsch lagen: Die sicheren Endlager saufen ab oder brechen zusammen.

Asse II: In Westdeutschland wurde 1967 ein Versuchsendlager im ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel in Betrieb genommen. Bis 1978 kippten Atomkraftwerksbetreiber hier 126.300 Fässer mit Betriebsabfällen ab und bedeckten sie mit Salz. Nur knapp 30 Jahre später muss die Betreibergesellschaft zugeben: Asse säuft ab. Tag für Tag fließen elf Kubikmeter Lauge ins Bergwerk. Dadurch könnte langfristig Radioaktivität ins Grundwasser gelangen.

Morsleben: Das ehemalige Salzbergwerk in Sachsen-Anhalt wurde von der DDR ab 1971 als Endlager genutzt und nach der Wiedervereinigung weiterbetrieben, obwohl bekannt war, dass das Lager nicht wasserdicht ist. 1998 wurde die Einlagerung von schwachradioaktiven Abfällen per Gerichtsbeschluss gestoppt. Im November 2001 stürzte der erste ca. 4.000 Tonnen schwere Gesteinsbrocken von der Grubendecke. Mit Milliardenaufwand aus Steuergeldern wird diese Grube nun verfüllt.

Schacht Konrad: Die ehemalige Eisenerzgrube nahe Salzgitter wurde im Jahr 2002 von der SPD-Landesregierung in Niedersachsen als Endlager genehmigt. Konrad soll ab voraussichtlich 2019 als Ersatz für Morsleben und Asse dienen.

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