Skip to main content
Jetzt spenden
White Spirit Bear

Greenpeace feiert nach neun Jahren Kampagne Erfolg für den Urwald

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Rund neun Jahre lang hat Greenpeace sich für den Schutz des Great Bear Rainforest eingesetzt und gegen dessen Vernichtung protestiert. Die Kampagne erregte weltweite Aufmerksamkeit. Seit 2001 hat Greenpeace an dem jetzt verkündeten Schutzkonzept mitgearbeitet.

Der Regenwald im kanadischen Bundesstaat British Columbia ist der letzte große temperierte Regenwald der Erde und hat die Fläche Hessens. In den Waldtälern mit über 1000-jährigen Bäumen leben Bären, Wölfe und Seeadler. Nur hier lebt der weiße Kermode-Bär, ein heiliges Symboltier einiger Indianervölker an der Westküste Kanadas.

Jahrelanger friedlicher Protest und Beharrlichkeit haben sich gelohnt, sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. Das gibt mir Hoffnung für die anderen bedrohten Urwälder dieses Planeten, etwa in Finnland oder am Amazonas. Greenpeace hat Ende der Neunzigerjahre im Great Bear Rainforest und in Deutschland bei kanadischen Botschaften und Abnehmern von Holz und Zellstoff protestiert. Häuptlinge der Nuxalk-Indianer schnitzten während einer Deutschland-Tour 1999 einen Totempfahl, um auf die Kahlschläge in ihren Wäldern hinzuweisen. Auch drei als Wütende Großmütter bekannt gewordene kanadische Frauen protestierten im Jahr 2000 persönlich bei den großen deutschen Papierherstellern und Holzhändlern gegen die Zerstörung der Wälder.

{image}1999 organisierte Greenpeace eine Reise für deutsche Papierhersteller und Zeitschriftenverleger in die Urwälder British Columbias, damit diese sich selbst ein Bild von der Zerstörung machen konnten. Die deutschen Handelspartner drohten daraufhin der kanadischen Papierindustrie, Verträge im Wert von 600 Millionen kanadischen Dollar zu stornieren, wenn kein Einschlagstopp (Moratorium) erlassen würde.

Als Anfang 2001 weltweit über 100 Kunden der kanadischen Holz- und Papierindustrie aufgrund der Greenpeace-Proteste ihre Verträge kündigten, stimmten die Unternehmen endlich einem Einschlagmoratorium zu. Im April 2001 einigten sich Greenpeace und andere Umweltgruppen mit den führenden kanadischen Holzkonzernen darauf, den Holzeinschlag auf einer Fläche von 1,2 Millionen Hektar vorerst zu stoppen. Während die Motorsägen schwiegen, begannen mehrjährige wissenschaftlich begleitete Verhandlungen zwischen Greenpeace und der Holz- und Papierindustrie, die in einem Schutzvorschlag für den Regenwald des Großen Bären mündeten. Dieser Vorschlag war jetzt die Basis für die Entscheidung der Provinzregierung.

  • Karte des Great Bear-Regenwaldes

    Karte des Great Bear-Regenwaldes

    Überspringe die Bildergalerie
  • forestry Canada

    forestry Canada

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Indigene und Greenpeace-Aktive im Boot auf dem Manicoré River

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 02.06.2022

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter - während die Autoindustrie profitiert.

mehr erfahren
PT Megakarya Jaya Raya (PT MJR) Oil Palm Concession in Papua

Klima und Arten brauchen ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 17.03.2022

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

mehr erfahren
Illegal Mining in Yanomami Indigenous Land in Brazil

Drei Jahre Bolsonaro: Drei Jahre Umweltzerstörung in Brasilien

  • 17.01.2022

Im Januar 2022 feiert Jair Bolsonaro dreijähriges Amtsjubiläum als Präsident von Brasilien. Doch für das Klima und die Biodiversität Brasiliens gibt es wenig Grund zu feiern.

mehr erfahren