Skip to main content
Jetzt spenden
Milch ohne Gentechnik

Begriff Alpenmilch ist oft Verbrauchertäuschung

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Milch aus Supermärkten weist in ihrem Gehalt an gesunden Fettsäuren ganz erhebliche Unterschiede auf. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Greenpeace heute in München vorstellt. In der Studie wurden Frischmilchprodukte aus ganz Deutschland auf ihre Qualität untersucht. Dabei kam auch heraus, dass nicht überall, wo Alpenmilch oder Milch aus Grünlandhaltung draufsteht, auch das versprochene Produkt drin ist.

Wir konnten in der Studie nachweisen, dass Bärenmarke-Milch und auch die Alpenmilch der Molkerei Weihenstephan mit viel mehr Mais und Kraftfutter erzeugt wurde, als das bei Milch aus den Alpen oder dem Allgäu eigentlich üblich ist, sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Hier wird der Verbraucher getäuscht. Durch ein spezielles Analyseverfahren konnte nachgewiesen werden, wie die Milchkühe gefüttert wurden.

Die Frage, mit was die Kuh gefüttert wurde, hat auch einen wichtigen Aspekt für die Ernährung der Menschen. Die Studie konnte nachweisen, dass mit steigendem Anteil an Mais und Kraftfutter immer weniger gesunde Fettsäuren in der Milch enthalten sind. Der Anteil an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren weist bei ökologisch erzeugter Milch einen bis zu doppelt so hohen Anteil auf wie Trinkmilch aus Intensivtierhaltung.

Dass Ökomilch besonders gut abschneiden würde, hatte ich erwartet, kommentiert Hofstetter. Es hat mich allerdings schon überrascht, wie groß die Unterschiede innerhalb der Milch aus konventioneller Landwirtschaft sind. Am besten schnitten bei der Untersuchung auf den Omega-3-Fettsäuregehalt die Ökomilch von Berchdesgadener Land (Bayern), der Gläsernen Meierei Rostock, Breisgaumilch (Schwarzwald) und der Upländer Bauernmolkerei (Hessen) ab. Auf den hinteren Rängen landeten Milchprodukte der Molkereien Allgäuer Alpenmilch (Bärenmarke) und Campina (Elsterwerda). Milch aus konventioneller Landwirtschaft, die tatsächlich aus Grünlandregionen stammt, hat dagegen verhältnismäßig gute Werte. Zu nennen wären hier z.B. Breisgaumilch oder Allgäuer Käserei Sonthofen.

Die regelmäßige Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren über das Essen kann helfen, vielen Krankheiten vorzubeugen. Bei der Vermeidung von Herzinfarkten und zur Vorbeugung von Krebserkrankungen werden Omega-3-Fettsäuren besondere Bedeutung beigemessen. Auch bei Rheuma und Schuppenflechte setzt man heute auf diese ungesättigten Fettsäuren. Seefisch und Rapsöl haben hohe Omega-3-Werte. Da pro Person und Jahr durchschnittlich 300 Kilogramm Milch verzehrt werden, ist auch die Zufuhr über Milchprodukte von großer Bedeutung.

Joghurtglas auf einem Tisch

Öko-Joghurts haben mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren

In Öko-Butter und Öko-Joghurt finden sich deutlich mehr der als gesundheitsfördernd geltenden Omega-3-Fettsäuren als in konventionell hergestellten Produkten.

mehr erfahren

Petition

https://act.greenpeace.de/umsteuern

0% Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel!

Einkommensschwachen Haushalten helfen und das Klima schützen: Fordern Sie Bundesfinanzminister Lindner auf, die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel abzuschaffen!

Jetzt unterzeichnen

0% vom Ziel erreicht

0 haben mitgemacht

0%

Mehr zum Thema

Kühe in einer Reihe beim Fressen in einem Stall

Milchkühe - die armen Säue

  • 03.04.2023

Viele Milchkühe werden in Deutschland unter schmerz- und leidvollen Bedingungen gehalten - und die sind mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar, zeigt ein neues Rechtsgutachten.

mehr erfahren
Ökologischer Milchviehbetrieb in Deutschland

Der Preis der Milchproduktion

  • 15.11.2022

Im Supermarkt kostet konventionelle Markenmilch etwa so viel wie Bio-Milch – teils sogar mehr. Warum ist das so? Ein Interview über Milchpreise und Rinderhaltung.

mehr erfahren

Auslaufmodell Billigfleisch

  • 28.07.2022

Auf dem Weg zu mehr Tierwohl dauert schon die Umstellung von Schweine- und Geflügelfleisch auf Haltungsform 2 länger als geplant. Das zeigt der neue jährliche Supermarktcheck von Greenpeace.

mehr erfahren
Schweine im Thünen-Institut in Westerau

Tierhaltung und Kennzeichnungspflicht müssen auf Özdemirs Agenda nach oben

  • 15.07.2022

Mehrheit der Bundesbürger:innen fordert vom Agrarminister, Tierschutz durchzusetzen und wäre bereit, mit einer Fleischsteuer tierfreundliche Ställe zu fördern.

mehr erfahren
Greenpeace und das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft stellen auf einer Pressekonferenz im Bundespresseamt ihre Studie zu artgerechter Tierhaltung vor. Im Bild: Greenpeace-Pressesprecher Matthias Lambrecht

Inflation dämpfen, Tierleid beenden

  • 25.04.2022

Reform der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel: Eine von Greenpeace beauftragte Studie belegt die möglichen positiven ökologischen und finanziellen Effekte.

mehr erfahren

Tierische Aufgabe

  • 15.11.2021

Nur wenn die Zahl der Tiere in der Landwirtschaft halbiert wird, kann der Sektor seinen gesetzlich vorgegebenen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Abbau muss jetzt beginnen.

mehr erfahren