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©Maria Feck/Greenpeace

Nach Greenpeace-Kampagne: Supermärkte planen Umstieg auf bessere Haltungsformen

Noch dominiert zwar Frischfleisch aus tierschutzwidriger Haltung das Sortiment, aber der Handel ist in Bewegung. Das zeigt der neue Supermarkt-Check von Greenpeace.

Immer wieder standen sie mit Plakaten vor den Filialen der großen Supermarktketten, verteilten Flyer und informierten Passant:innen. “Billigfleisch ist ein krankes System” machten Greenpeace-Aktive über Jahre unermüdlich deutlich und forderten die Supermärkte auf, kein Fleisch aus tierschutzwidriger Haltung mehr zu verkaufen. Denn Frischfleisch der zwei schlechtesten Haltungsformen 1 und 2 - eine freiwillige Kennzeichnung des Lebensmittelhandels - stammt von Tieren, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden. In den letzten Monaten hatte Greenpeace vor allem Edeka im Blick: Denn der umsatzstärkste Lebensmitteleinzelhändler weigerte sich bisher, genaue Pläne zu nennen, ob und wann er Fleisch der Haltungsformen 1 und 2 aus dem Sortiment verbannen würde.

Es tut sich etwas

Doch auch die anderen Lebensmitteleinzelhändler blieben unter Beobachtung. Nachdem im Sommer Aldi und anschließend auch Rewe angekündigt hatten, bis 2030 kein Billigfleisch der Haltungsform 1 und 2 mehr zu verkaufen, fragte Greenpeace für den dritten Supermarkt-Check noch einmal bei allen großen Supermärkten nach. Von Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe wollte die Umweltschutzorganisation wissen: Wie sieht das aktuelle Frischfleischsortiment aus? Welche Pläne gibt es für die Zukunft, Billigfleisch aus den Regalen zu nehmen? Und siehe da: In der heute veröffentlichten Abfrage bekennt Edeka sich dazu - und ebenso Lidl und Netto - langfristig kein Billigfleisch mehr zu verkaufen. Nur bis wann sie das Sortiment umstellen möchten – diese Antwort bleiben alle drei weiter schuldig. Kaufland hat sogar eine generelle Umstellung auf die besseren Haltungsformen 3 und 4 verneint.

Trotzdem gibt es schon jetzt positive Veränderungen im Frischfleischangebot, wie die Greenpeace-Abfrage zeigt: Innerhalb eines Jahres hat sich nach Angaben der befragten Ketten der Anteil der schlechtesten Haltungsform 1 auf 34 Prozent halbiert (Abfrage 2020: 69 Prozent). Dagegen wird mit 55 Prozent mehr als doppelt so viel Frischfleisch der etwas besseren Haltungsform 2 angeboten (2020: 23 Prozent). “Die Supermärkte haben endlich erkannt, dass die massenhafte Fleischproduktion auf Kosten von Tier, Mensch und Klima keine Zukunft hat”, sagt Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. “Noch dominiert zwar Billigfleisch das Angebot, aber es verschiebt sich deutlich zu Haltungsform 2. Der Ausbau der Haltungsformen 3 und 4 muss nun zügig vollzogen werden. Besonders beim klimaschädlichen Rindfleisch passiert aktuell noch viel zu wenig ”

Nun ist die Politik gefragt

Fleisch ist ein Klimakiller: Die direkten und indirekten Emissionen aus der Tierhaltung in Deutschland summieren sich auf gut 120 Mio. t CO2-Äquivalente im Jahr. Wollen wir die Pariser Klimaziele in der Landwirtschaft erreichen und die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes erfüllen, muss der Tierbestand bis 2045 mindestens halbiert werden. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Greenpeace-Studie zur klimaneutralen Landwirtschaft. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten; die Pläne liegen teilweise schon in der Schublade. Doch vor allem das CDU/CSU-geführte Landwirtschaftsministerium hat in den letzten Legislaturperioden viel ausgesessen. Nun liegt die Verantwortung bei der potentiellen neuen Ampel-Regierung, den Lebensmitteleinzelhandel bei seinen Plänen zu unterstützen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. “Die neue Bundesregierung sollte die gesamte Fleischbranche in die Pflicht nehmen und schärfere Haltungskriterien, eine verpflichtende Haltungskennzeichnung sowie eine Förderung des Umbaus im ersten Regierungsjahr zügig auf den Weg bringen.”

Und Greenpeace wird weiter ganz genau hinsehen, ob die Supermärkte sich auch wirklich an ihre Versprechungen halten.

3. Supermarkt-Abfrage zu Fleischsortiment und Kennzeichnung

3. Supermarkt-Abfrage zu Fleischsortiment und Kennzeichnung

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