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Pork Sausages and Meat in Germany
© Fred Dott / Greenpeace

Fleischkonsum in Deutschland und weltweit

Fleisch ist vom Luxus zum Massenprodukt geworden. Dabei geht hierzulande der Verzehr trotz Billigangeboten der Industrie tendenziell zurück. Und weltweit?

Entsetzliche Fotos aus Tierställen, gekippte Badeseen durch überdüngte Felder, schreckliche Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen – und dann noch die ganzen Emissionen wie gesundheitsschädliches Ammoniak oder klimaschädliches Treibhausgas. Der Appetit auf Fleisch lässt nach. Denn Konsument:innen treffen heutzutage bewusstere Entscheidungen – was die künftige Entwicklung des Fleischmarktes fundamental prägen wird.

Seit 1980 ist der Fleischkonsum in Deutschland stark rückläufig: Während er 1987 noch bei 100 kg pro Person lag, 2019 bei knapp unter 60 kg, erreichte er 2022 mit 52,7 kg pro Person den bisherigen Tiefstand. Im Jahr 2024 stieg der Verzehr leicht auf 53,2 kg – vor allem der von Geflügel. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass sich die Nachfrage nach Fleisch wieder massiv erhöhen wird.

Infografik Fleischverzehr 2024. Wie viel Fleisch essen die Menschen in Deutschland pro Jahr?

Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig:

Ernährungstrends: Die Zunahme von vegetarischen, veganen und insbesondere flexitarischen Lebensweisen.

Hinter einem Tisch sitzen im Atrium des Greenpeace-Büros die Sprecher:innen der Pressekonferenz:
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Historische Entwicklung: Fleisch vom Luxusgut zum Alltagsartikel

Über den größten Teil der Menschheitsgeschichte war Fleisch eine knappe Ressource. In agrarischen Gesellschaften dienten Tiere primär als Arbeitskraft oder Lieferanten für Wolle und Milch; Fleisch wurde meist nur zu besonderen Anlässen verzehrt.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und der Einführung der Kältetechnik begann sich dies zu ändern. Die Massenproduktion und einfachere Transportmöglichkeiten machten Fleisch für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich. In Deutschland markierte die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg – das sogenannte „Wirtschaftswunder“ – den entscheidenden Wendepunkt. Der Sonntagsbraten wurde zum täglichen Fleischgericht.

Seit den 1960er Jahren hat sich die weltweite Fleischproduktion mehr als vervierfacht. Dieser Anstieg ist eng mit dem globalen Bevölkerungswachstum und dem steigenden Wohlstand in Schwellenländern verknüpft.

Fleischkonsum im globalen Vergleich

Weltweit betrachtet ist der Fleischkonsum höchst unterschiedlich. Während der Verzehr in vielen westlichen Industrienationen stagniert oder sinkt, verzeichnen Schwellenländer wie Vietnam und Brasilien ein rasantes Wachstum.

Länder mit dem höchsten Fleischkonsum pro Kopf finden sich vor allem in Nord- und Südamerika sowie in Ozeanien: In den USA, Australien und Argentinien liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch oft bei über 100 Kilogramm – doppelt so viel wie derzeit in Deutschland. Hier spielen sowohl kulturelle Traditionen als auch eine hochentwickelte Agrarindustrie eine Rolle. Am anderen Ende des Spektrums stehen Länder wie Indien – zumindest so weit die Daten vorliegen. Mit einem durchschnittlichen Konsum von weniger als fünf Kilogramm pro Jahr und Kopf ist Indien laut bekannten Zahlen das Land mit dem geringsten Fleischverzehr weltweit – also gerade einmal ein Zehntel des Konsums in Deutschland. Dies ist vor allem auf religiöse und kulturelle Faktoren (Hinduismus) sowie auf ökonomische Bedingungen zurückzuführen.

Besonders prägend für die globale Statistik ist die Entwicklung in China. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der vergangenen Jahrzehnte hat sich der Fleischhunger der bevölkerungsreichsten Nation vervielfacht. China konsumiert heute etwa ein Drittel des weltweit produzierten Schweinefleisches. Gewaltig ist auch die Produktion gestiegen: Ungefähr die Hälfte der 115 Mio. Tonnen Schweinefleisch, die weltweit hergestellt werden, kommt aus China. Diese enormen Mengen beeinflussen globale Handelsströme und Futtermittelpreise (insbesondere Soja) massiv.

Wohlstand und Urbanisierung beeinflussen Fleischverzehr

Ein klarer Einflussfaktor auf den Fleischkonsum ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Historisch gesehen steigt der Fleischkonsum mit wachsendem Einkommen. Sobald Menschen der Armut entkommen, verändern sie ihre Ernährung, weg von stärkehaltigen Grundnahrungsmitteln (Reis, Mais, Weizen) hin zu tierischen Proteinen. Denn Fleisch gilt als hochwertiges Gut, war historisch oft der Elite vorbehalten und ist gerade in Schwellenländern ein sichtbares Zeichen, die Armut überwunden zu haben. 

Ein weiterer Treiber ist die Urbanisierung. Stadtbewohner tendieren dazu, mehr verarbeitetes Fleisch und Fastfood zu konsumieren als die Landbevölkerung, was den Absatz weltweit weiter ankurbelt, da immer mehr Menschen in Megacitys ziehen.

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