Erfolg für die Munduruku: Staudamm-Bauprojekt im Amazonas gestoppt

Verdammt erfolgreich!

Der Megastaudamm São-Luiz-do-Tapajós im Herzen des brasilianischen Amazonasgebietes kommt nicht. Ein Riesenerfolg für den Schutz des Regenwaldes – und für die Heimat der Munduruku.

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Jetzt ist es amtlich: Der São-Luiz-do-Tapajós-Staudamm im Herzen des Amazonas-Regenwaldes wird nicht gebaut. Das hat die brasilianische Umweltbehörde am Donnerstagabend bekannt gegeben. Der Stopp des Staudammprojektes ist ein großer Erfolg für das indigene Volk der Munduruku, für den Schutz des Waldes, der ihre Heimat ist, und für die 1,2 Millionen Menschen weltweit, die online die Greenpeace-Kampagne gegen den Dammbau unterstützt haben.

Der Stausee hätte das Stammesgebiet der Munduruku überflutet, hunderte bedrohte Tier- und Pflanzenarten wären vernichtet worden. Das Tapajós-Tal zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde und ist nicht nur die Heimat der Munduruku, sondern auch Lebensraum von Jaguar, Flussdelfin und Seekuh sowie seltenen Fisch- und Vogelarten.

„Wir Munduruku sind sehr glücklich über diese Nachricht, sie ist enorm wichtig für uns", sagt Arnaldo Kabá Munduruku, Oberhaupt des indigenen Volkes. „Jetzt werden wir unseren Kampf auch gegen die anderen geplanten Staudämme an unserem Fluss weiterführen.“

Weltweiter Protest erfolgreich

Vor Ort, im Munduruku-Gebiet Sawré Muybu am Tapajós-Fluss, bezogen Aktivisten aus der ganzen Welt auf Einladung der Munduruku die Tapajós Rescue Station. Dort unterstützten sie den Widerstand der Indigenen gegen den Bau des Staudamms. Gemeinsam mit den Munduruku markierten sie symbolisch deren Land mit Grenzschildern.

Um die Munduruku zu unterstützen, protestierten zudem Greenpeace-Ehrenamtliche weltweit gegen das verantwortungslose Mammutprojekt im brasilianischen Regenwald. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die Firma Siemens, deren Tochterunternehmen Voith Hydro Bauteile für den Staudamm zuliefern wollte. Eine Stellungnahme des Unternehmens, ob es sich an künftigen Dammbau-Projekten beteiligen wird, blieb bisher aus.

Siemens muss Verantwortung übernehmen

Durch die Absage des Bauprojekts ist Siemens ein großes Auslandsgeschäft weggebrochen. „Der Tapajos-Staudamm war für Siemens ein Lackmustest", sagt Christoph Thies, Greenpeace-Experte für Wälder. „Der Konzern muss jetzt weltweit aus Projekten aussteigen, die den eigenen Nachhaltigkeitsansprüchen widersprechen." Offiziell orientiert sich Siemens an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, die ein Ende des Abholzens von Wäldern bis zum Jahr 2020 fordern.

Es ist noch nicht vorbei

Doch noch ist der Kampf nicht beendet. Die brasilianische Regierung plant den Bau weiterer Wasserkraftwerke am Tapajós;  über 40 große Staudämme mit mehr als 30 Gigawatt maximaler Leistung sollen dort entstehen. Vier von ihnen haben für die brasilianische Regierung eine besonders hohe Priorität – bis gestern waren es noch fünf. Einer davon war der São-Luiz-do-Tapajós-Damm, das größte der angedachten Projekte. Er ist nun Geschichte.

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