Palmölhändler Wilmar kündigt weitreichende Maßnahmen zum Regenwaldschutz an

Kontrolle ist besser

Palmöl des Konzerns Wilmar steckt in etlichen Süßigkeiten. In Zukunft will das Unternehmen garantieren können, dass seine Ware nicht aus Regenwaldzerstörung stammt – dank Technik.

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Palmöl steckt in unzähligen Alltagswaren: in Keksen, Fertigpizza und Schokolade, in Shampoo und Lippenstift – letztlich in etwa jedem zweiten Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann. Der Bedarf an dem Pflanzenfett ist hoch – es lässt sich unkompliziert anbauen und ist vielseitig einsetzbar. Außer in der Lebensmittelindustrie wird es zum Beispiel auch zur Herstellung von Treibstoff genutzt.

Palmöl an sich ist nicht „schlecht“, die Ölpalme könnte wie jede andere Pflanze nach ökologischen und sozialen Standards angebaut werden. Die Anbaubedingungen sind jedoch häufig katastrophal: Regenwald wird dafür illegal abgeholzt, vielerorts werden Torfmoore trockengelegt, was insbesondere in Indonesien alljährlich zu schweren Flächenbränden führt. Der weltgrößte Palmölhändler Wilmar hat nun auf die anhaltende Kritik von Umweltschützern reagiert und einen detaillierten Aktionsplan veröffentlicht, wie er gegen die Waldzerstörung seiner Zulieferer in Indonesien und Malaysia vorgehen will.

Mit Satelliten gegen Umweltsünder

Bis Ende 2019, so der Plan, will Wilmar mit Satellitenbildern lückenlos nachvollziehen können, woher sein Palmöl stammt und ob seine Zulieferer weiterhin Regenwald zerstören. Abholzung würde damit endlich ein Riegel vorgeschoben. „Ein potenzieller Durchbruch“, sagt Kiki Taufik von Greenpeace Südostasien. „Jetzt müssen andere Händler und Marken folgen. Es braucht eine industrieweite Anstrengung, um die Abholzung zu stoppen.“ Der Marktführer zieht schon mal mit: Wilmar liefert 40 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls. Fett von Wilmar steckt zum Beispiel in den Produkten des Süßwarenfabrikanten Mondelez, dazu gehören Marken wie Oreo, Milka oder Toblerone.

Entsprechend hoch ist die Verantwortung des Konzerns: Erst im November hat ein Report von Greenpeace International gezeigt, dass 22 Wilmar-Zulieferer zwischen 2015 und 2017 rund 70.000 Hektar Regenwald abgeholzt haben: Eine Fläche, die etwa doppelt so groß ist wie Bremen. Das hat schwerwiegende Folgen für die Tierwelt. In über einem Drittel des zerstörten Waldes waren Orang-Utans zuhause – die Menschenaffenart ist vom Aussterben bedroht.

Echte Chance für Verbesserung

Seit 2007 arbeitet Greenpeace gegen die Waldzerstörung für den Palmölanbau. Die Umweltschutzorganisation veröffentlicht regelmäßig Berichte, die das schmutzige Geschäft mit dem Rohstoff offenlegen, und richtet ihren Protest an Politik und Wirtschaft.

Das hatte Folgen. 2013 war Wilmar der erste Palmölhändler, der sich dazu verpflichtete, Palmöl aus Regenwaldzerstörung aus seiner Lieferkette zu verbannen ; bis Ende 2014 bekannten sich sämtliche Mitbewerber zu vergleichbaren Richtlinien. Wirkliche Verbesserung brachte das allerdings nicht. Das Problem ist, dass Händler bislang nur bedingt ihre Zulieferer kontrollieren konnten, die für Palmöl mitunter weiterhin Regenwald abholzen. Mit den weitreichenden Kontrollmaßnahmen von Wilmar würde sich das jetzt ändern. In den kommenden Monaten und Jahren wird Greenpeace beobachten, ob der Marktführer sein Versprechen hält – und der Regenwald endlich vor weiterer Zerstörung geschützt wird.

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