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Plantage mit Ölpalmen.
Mitja Kobal/Greenpeace

Kakao und Palmöl, wo vorher Regenwald war

Der Lebensmittel-Konzern Mondelēz bricht Versprechen und verschuldet damit Waldzerstörung und Artensterben im großen Stil.

Ostern steht vor der Tür und die Regale der Supermärkte sind voller Süßigkeiten zum Suchen und Verschenken. Der lila Milka-Hase kommt dabei besonders gerne in den Einkaufswagen. Doch welche Folgen hat unser Schokoladenkonsum auf die Umwelt?

Milkas Mutterkonzern Mondelēz International ist eines der Schwergewichte in der globalen Lebensmittelindustrie. Der Greenpeace-Report „Süße Versprechen, bittere Realität” zeigt, wie Mondelēz, Nestlé und Mars mitverantwortlich für Waldzerstörung, Artensterben und Kinderarbeit durch ihre Schokoladenrohstoffe Kakao und Palmöl sind.

Regenwaldzerstörung für Palmöl- und Kakaoplantagen

In Westafrika, Ghana und der Elfenbeinküste, stirbt in großem Stil Regenwald für Kakaoplantagen. Mehr als 40 Prozent des Kakaos von der Elfenbeinküste stammen Schätzungen zufolge aus illegalem Anbau in geschützten Wäldern und Nationalparks. Die Initiative Mighty Earth zeigte kürzlich auf, dass 2020 in der Elfenbeinküste in Kakao-Anbaugebieten knapp 50.000 Hektar Urwald zerstört wurden.

Um die Gewinne weiter in die Höhe zu treiben, verwenden Hersteller vieler Schokoladenprodukte nicht reine Kakaobutter, sondern teilweise billigeres Palmöl.

Palmöl ist das meistverwendete Pflanzenöl der Welt. Es kommt in jedem zweiten Produkt im Supermarkt vor – auch in rund jedem zweiten Milka-Produkt. Für Palmölplantagen müssen riesige Waldflächen weichen. Seit 1990 wurden in Indonesien mehr als 25 Millionen Hektar Wald gerodet, um unter anderem Platz zu schaffen für riesige Ölpalmenfelder. Das entspricht der Fläche eines Fußballfeldes alle 30 Sekunden. Der Ölpalmen-Boom der letzten Jahrzehnte hinterlässt irreversible Schäden an der Natur. Schon jetzt drängt er bedrohte Tierarten wie Tiger, Nashörner und Orang-Utans noch weiter an den Rand des Aussterbens und führt immer wieder zu groben Menschenrechtsverletzungen.

Verbindliche Gesetze statt leere Versprechungen nötig

Die beiden Palmöl-Produzenten und Mondelēz-Lieferanten Cargill und Wilmar konnten von 2015 bis 2018 mit rund 300.000 Hektar verbrannter Fläche in Indonesien in Verbindung gebracht werden. Trotz zahlreicher Versprechen, eine faire und nachhaltige Lieferkette zu schaffen, kauft Mondelēz weiter von diesen Unternehmen Rohstoffe ein. 

Greenpeace fordert starke, gesetzliche Rahmenbedingungen, damit keine Produkte aus Waldzerstörung mehr am EU-Binnenmarkt landen können. Die Politik muss Konzerne wie Mondelēz, Mars und Nestlé dazu verpflichten, ihre Lieferketten transparent zu machen. „Nur ein Gesetz kann die Konzerne endlich verbindlich in die Verantwortung nehmen”, so Lukas Meus, Experte für Biodiversität bei Greenpeace in Österreich. “Die Politik muss dafür sorgen, dass keine Rohstoffe auf den europäischen Markt kommen, für deren Produktion Menschen ausgebeutet, Wälder zerstört und Tiere ihrer Heimat beraubt werden.”

Report: Milka: Süße Versprechen, bittere Realität

Report: Milka: Süße Versprechen, bittere Realität

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