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Finnische Künstler fordern Urwaldschutz ein

Gleich drei Veranstaltungen zum Schutz der letzten finnischen Urwälder hatte der 13. Mai in Helsinki zu bieten. Ein ausgefüllter Tag für Greenpeace und finnische Künstler und Künstlerinnen. Auf dem Programm standen eine Pressekonferenz, eine Fotoausstellung und ein Rockkonzert.

Der Tag war von Greenpeace geplant und organisiert worden. In den Wochen zuvor hatten unsere finnischen Kolleginnen und Kollegen eine Unterschriftenaktion zum Schutz der Urwälder durchgeführt. 400 finnische Künstler hatten den Appell unterzeichnet, den die Autorin Eeva Kilpi während der Pressekonferenz offiziell Kulturministerin Tanja Karpela überreichte.

Kilpi: Als Bürger/innen und Künstler/innen identifizieren wir uns mit dem Wald. Und wir können es nicht ertragen zu sehen, wie mit dem Wald unsere Umwelt ruiniert wird. Mit der Natur werden auch unsere nationale Kultur und Identität, unser gemeinsames Erbe und unsere spirituellen Ressourcen zerstört.

Die finnischen Urwälder gehören zu den letzten in Europa. Hunderte von Jahren sind die Bäume alt, die dort hemmungslos dem Profit, der Papierproduktion, geopfert werden. Vernichtet werden dabei auch wichtige Weidegründe der Sami für ihre Rentierherden und der Lebensraum vieler nordischer Tier- und Pflanzenarten. Von den ursprünglich vorhandenen Wäldern Finnlands sind mittlerweile nur noch knapp fünf Prozent erhalten. Davon stehen derzeit nur rund vier Prozent unter Schutz.

Die Künstlerinnen und Künstler fordern einen sofortigen Stopp des Kahlschlags und deutlich mehr Schutzmaßnahmen. Zudem müssten die Interessen der Sami respektiert werden. Bekräftigt werden diese Forderungen durch die Fotoausstellung, die am Donnerstagnachmittag in Helsinki eröffnet wurde.

Dass Umweltschutz und gute Laune kein Widerspruch sein müssen, bewiesen einmal mehr finnische Bands und DJs am Abend. Bis drei Uhr nachts wurde für die Urwälder gerockt und getanzt.

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