Greenpeace-Storymap zu Naturzerstörung und Pandemie-Risiken

Schutzlos ohne Wälder

Natürliche Waldgebiete werden zerstört, um den Fleischkonsum anzuheizen. Damit steigt das Risiko gefährlicher Zoonosen wie Covid-19. Waldschutz wäre der beste Gesundheitschutz.

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Noch ist ein Ende der Covid-19-Krise nicht in Sicht. Die Zahl der Erkrankten steigt weltweit weiter an. Binnen Monaten hat sich der neuartige Corona-Virus rund um den Globus verbreitet, mehr als 650.000 Menschen sind an den Folgen der Erkrankung gestorben. Und es wächst die Gefahr, dass wir in den kommenden Jahren weitere vergleichbare Pandemien erleben. 

Denn Infektionskrankheiten, deren Erreger wie der Corona-Virus von Tieren auf Menschen überspringen, sind auf dem Vormarsch. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen seit langem, dass die Risiken solcher Zoonosen mit dem Artensterben zunehmen. Bereits vor Covid-19 hat es Zoonosen gegeben, die sich zu Epidemien oder Pandemien ausgeweitet haben. Ebola, SARS oder Nipah finden sich auf dieser Liste, die zeitlichen Abstände zwischen den Ausbrüchen werden immer kürzer. 

Mit der zunehmenden Zerstörung natürlicher Waldgebiete und dem Verlust der Artenvielfalt wächst vor allem in den tropischen Regionen Afrikas, Asiens und am Amazonas die Gefahr, dass sich Zoonosen in den kommenden Jahren zu weiteren globalen Pandemien ausweiten. Zu den Hauptursachen der Waldzerstörung gehört die Ausdehnung von Weideland und Ackerflächen für den Futtermittelanbau, um die weltweit wachsende Nachfrage nach Fleisch zu befriedigen.

Expertinnen und Experten von Greenpeace haben in einer Storymap Karten und Grafiken zusammengestellt, um die gefährlichen Folgen des Schwindens natürlicher Waldgebiete für unsere Gesundheit deutlich zu machen. „Erderhitzung und Artensterben, das zu weiteren Pandemien führen kann, sind Symptome der gleichen Krise“, sagt Greenpeace-Waldexperte Christoph Thies. „Wir müssen endlich aufhören, die Wälder zu zerstören. Wald- und Naturschutz sind der beste Schutz für unsere Gesundheit.“

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