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Menschenrecht auf Klimaschutz

Unter dem Motto Eine andere Welt ist möglich hat Greenpeace am Samstagnachmittag an der großen Demonstration in Rostock anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm teilgenommen. Mit zwei sechs Meter hohen Schneemännern wiesen wir auf das drängendste Problem des Treffens der Staats- und Regierungschefs hin: den Klimaschutz. Die beiden weißen Klimaopfer standen dabei symbolisch für die Millionen von Menschen, die vom Klimawandel als erste betroffen sein werden und nicht persönlich nach Rostock kommen konnten.

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Die Demonstration war Anlass für Roland Hipp, den Kampagnen-Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, den Demonstranten Mut zu machen, das Veränderungen möglich sind: Zwei Sachen sind wichtig: Der Glaube an die Veränderung und der Wille zum Handeln, rief er den rund 80.000 Versammelten auf der Abschlusskundgebung am Rostocker Stadthafen zu. Von den Regierungsvertretern forderte Hipp endlich verbindliche Klimaschutzziele. Das ist das Minimum, das ist das Machbare und das ist das Muss!

Er forderte aber auch jeden Einzelnen auf, im persönlichen Alltag aktiv zu werden: Jeder Einzelne von uns muss durch sein Kaufverhalten etwas verändern. Wir haben alle zusammen mehr Macht, als die Staatschefs hinterm Zaun. Denn die großen Energieversorger werden keine Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke bauen, wenn wir alle Öko-Strom beziehen, so Hipp. Mit einem Hinweis auf den Nachbau der Arche Noah, den Greenpeace in den vergangenen Wochen auf dem Ararat in der Türkei als Mahnmal errichtet hat, sagte er: Wir entscheiden, ob wir Teil der Sintflut oder Teil der Arche sind.

Die Greenpeace-Aktivistin Cheng Qian aus Peking machte in ihrer Rede deutlich, dass die Folgen des Klimawandels in Asien bereits schrecklicher Alltag sind: Dürren und Überschwemmungen, die Ausbreitung von Wüsten, der Verlust der Gletscher im Himalaja. Als Vertreterin des Jugend-Projekts SolarGeneration sieht sie in der G8-kritischen Bewegung, die sich in Rostock versammelt hat, die Chance, die Kräfte zum Schutz des Klimas zu bündeln: Die Zeit des Konkurrenzkampfs ist vorbei. Jetzt ist die Zeit für Kooperation und Aktion.

Unsere wichtigste Forderung an die G8-Staatschefs ist eine verbindliche Zusage, die CO2-Emissionen bis 2020 um 30 Prozent zu senken. Auf den PR-Schachzug von US-Präsident George W. Bush, eine eigene Klimaschutzinitiative zu starten, geben wir dabei gar nichts. Ankündigungen helfen dem Klima nicht. Die Regierungen müssen endlich handeln.

Es geht noch weiter

Am Sonntag werden wir im Rostocker Stadthafen mit Hilfe vieler Freiwilliger ein Menschenbanner gestalten. Mindestens 1.000 Mitmacherinnen und Mitmacher werden gebraucht, um den Schriftzug G8 - ACT NOW zu stellen und damit die Staatschefs zum Handeln aufzufordern. Darunter soll stehen Stop global warming - Greenpeace.

Auch auf dem G8-Alternativgipfel in der nächsten Woche sind wir mit Vorträgen und Workshops vertreten und werden das politische Geschehen durch eigene Experten zu den Themen Klima- und Urwaldschutz im Pressezentrum in Kühlungsborn kommentieren.

Außerdem begleiten wir in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Bürgersender TIDE 96.0 den gesamten G8-Gipfel täglich mit drei Stunden Radioprogramm, die es bei uns kurz nach der Ausstrahlung zum Download und als Podcast gibt.

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