Jetzt spenden
Für ein Rüstungsexportgesetz
Greenpeace

Greenpeace legt Vorschlag für verbindliches Rüstungsexportgesetz vor

Im Rekordwert von 8 Milliarden Euro hat die Bundesregierung allein im Jahr 2019 Rüstungsgüter exportiert. Etwa die Hälfte dieser Exporte ging in sogenannte Drittländer. Dies sind Länder, die weder der EU noch der Nato angehören. Dazu gehören unter anderem Länder wie Mexiko, Iran, Saudi-Arabien und Myanmar. Greenpeace fordert ein rechtlich bindendes, ausnahmsloses Verbot in Drittländer und hat dazu nun einen Gesetzesvorschlag vorgelegt.

„Deutschland muss den Export von Rüstungsgütern endlich verbindlich regeln. Bislang ebnet die Bundesregierung deutschen Waffenherstellern den Exportweg in Krisen- und Konfliktgebiete. Das muss künftig per Gesetz verhindert werden“, sagt Anna von Gall, Greenpeace-Abrüstungsexpertin.

Mehrheit in Deutschland für Rüstungsexportgesetz

Auch eine Mehrheit der Menschen in Deutschland fordern, dass Waffen aus Deutschland nicht mehr an Krieg führende Staaten, in Krisengebiet sowie in Länder außerhalb der EU geliefert werden. Davon sind 70 Prozent aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger überzeugt, wie das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zeigt, die das Meinungsforschungsinstitut Mitte Februar im Auftrag von Greenpeace durchgeführt hat.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, Rüstungsexporte aus Deutschland in Drittländer vollständig zu verbieten. Der Entwurf schließt auch Technologietransfer, Unternehmensbeteiligungen und Lizenzvergaben bezüglich Rüstungsgüter an Drittländer aus. Auch die bisherige Privilegierung der Nato-Staaten sowie Nato gleichgestellter Staaten wird in dem Gesetzesentwurf von Greenpeace aufgehoben. Greenpeace fordert eine starke Berichtspflicht über die Rüstungsexportpraxis der Bundesregierung. Dabei soll die Bundesregierung auch nachweisen, wann sie Exportgenehmigungen aufgrund von rassistischen, religiösen, kulturellen oder geschlechtsspezifischen Menschenrechtsverletzungen versagt.

Ball liegt bei der Bundesregierung

„Greenpeace hat mit diesem Gesetzesentwurf eine Vorlage für die zuständigen Minister Peter Altmaier und Heiko Maas geliefert. Jetzt ist es an ihnen, ihr Versprechen einer restriktiven Rüstungspolitik und werteorientierten Außenpolitik in die Tat zu überführen und das Rüstungsexportgesetz umzusetzen“, so von Gall.

Greenpeace Deutschland fordert ein rechtlich bindendes, ausnahmsloses Verbot von Rüstungsexporten an Drittländer, in Konfliktregionen und an Länder, in denen Menschenrechte verletzt werden. Das betrifft unter anderem Exporte an Länder wie Mexiko, Iran, Saudi-Arabien und Myanmar.

2021-05-05_greepeace_ruestungsgueter_gesetzentwurf.pdf

2021-05-05_greepeace_ruestungsgueter_gesetzentwurf.pdf

Anzahl Seiten: 34

Dateigröße: 442.06 KB

Herunterladen

Alles, was bewegt

Immer auf dem Laufenden bleiben mit unserem Newsletter. Wir informieren über Kampagnen, Mitmachmöglichkeiten und spannende Events und freuen uns, wenn Sie dabei sind!

Newsletter abonnieren

Mehr zum Thema

AKW Saporischschja von oben

AKW Saporischschja: Droht ein atomarer Notfall?

Krieg und Atomkraft - Beim ukrainischen AKW Saporischschja fällt immer wieder die externe Stromversorgung aus. Greenpeace-Recherchen zeigen: Das ist Absicht. Plant Russland, das AKW wieder hochzufahren?

mehr erfahren über AKW Saporischschja: Droht ein atomarer Notfall?
Martin Kaiser mit Regenbogen

Wie weiter nach der Wahl in Sachsen-Anhalt?

Fast jede zweite Stimme in Sachsen-Anhalt ging an eine gesichert rechtsextreme Partei. Greenpeace-Chef Martin Kaiser ist, wie wir alle, schockiert. Warum wir jetzt erst recht weitermachen.

mehr erfahren über Wie weiter nach der Wahl in Sachsen-Anhalt?
Demonstration against Right-Wing Extremism in Berlin

10 Tipps zum Schutz der Demokratie

Unsere Demokratie ist bedroht. Zugleich stehen überall Menschen auf, um sie zu verteidigen. 10 Tipps, was jede:r Einzelne für mehr Menschlichkeit und Miteinander und gegen Hass und Hetze tun kann.

mehr erfahren über 10 Tipps zum Schutz der Demokratie
Greenpece-Aktiver Henry Schubert vor Greenpeace-Banner

„Die Gemeinschaft gibt mir viel Kraft“

Henry Schubert ist seit 2010 für Greenpeace aktiv. In Magdeburg kommt er dabei mit den Menschen in Kontakt. Ein Gespräch über Engagement in hitzigen Zeiten.

mehr erfahren über „Die Gemeinschaft gibt mir viel Kraft“
Schiffe in der Straße von Hormus

Die wahren Kosten des Kriegs im Iran

Während Öl- und Gaskonzerne Rekordgewinne einstreichen, zahlen andere die Rechnung: mit ihrem Zuhause, ihrer Gesundheit, ihrem Trinkwasser und ihrem Leben.

mehr erfahren über Die wahren Kosten des Kriegs im Iran
Gaza: Ceasefire Now - Action in Madrid

Greenpeace zum Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt bringt unendliches Leid. Greenpeace versucht, Menschlichkeit und Umwelt im Fokus zu behalten. Hier finden Sie unsere Position zum Krieg in Nahost.

mehr erfahren über Greenpeace zum Nahostkonflikt