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Greenpeace Deutschland wird 25 Jahre alt

Mit zwei Rettungsinseln, vielen toten Fischen und einer Menge Mut katapultierte sich ein bunter Haufen von Umweltschützern vor 25 Jahren zum ersten Mal in die Öffentlichkeit: Unter dem Namen Greenpeace fanden sich Mitglieder des Bielefelder Vereins zur Rettung von Walen und Robben, des Kölner Arbeitskreises Chemische Industrie, Hafenarbeiter sowie holländische Greenpeacer in Nordenham an der Wesermündung zusammen.

Am frühen Morgen des 13. Oktober 1980 leinten sie Rettungsinseln am Verklappungsschiff Kronos an und hinderten den Giftmülltanker am Auslaufen. Zeitgleich blockierten Aktivisten im Hafen die Dünnsäure-Verladebrücke von Kronos Titan sowie Bayer. Andere kippten zentnerweise kranke und missgebildete Fische vor das Bayer-Werk in Brunsbüttel und das Hydrographische Institut in Hamburg, das die Dünnsäure-Verklappung genehmigte. So etwas hatte es in Deutschland noch nicht gegeben. Das Ziel der Umweltschützer: Schluss mit der Einleitung dieser Giftbrühe ins Meer.

Heute ist die Dünnsäure-Verklappung in der Nordsee kein Thema mehr. Und Greenpeace hat sich anderen dringenden Umweltproblemen zugewandt. In den kommenden Jahren wird sich Greenpeace Deutschland noch stärker auf internationale Aktionen und weltweite Kampagnenarbeit für den Erhalt der Ökosysteme einsetzen. Damit reagieren wir auf die fortschreitende Globalisierung der Umweltprobleme wie auch auf die von Industrie und Wirtschaft.

Das drängendste Umweltproblem der Gegenwart ist der weltweite menschengemachte Klimawandel, sagt Roland Hipp, Kampagnen-Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland. Für unsere Arbeit gilt: Wir müssen noch stärker auf die Globalisierung von Industrie und Wirtschaft reagieren und unsere Aktionen ebenfalls globalisieren.

Schon heute unterstützt Greenpeace Deutschland zahlreiche Büros an internationalen umweltpolitischen Brennpunkten wie in China, Indien und Brasilien nicht nur finanziell, sondern auch personell durch erfahrene Kampaigner. In Deutschland und im Ausland hat Greenpeace in den vergangenen 25 Jahren maßgeblich zur Lösung drängender Umweltprobleme beigetragen. Zu unseren größten Erfolgen zählen wir die internationale Anerkennung des Weltpark Antarktis 1998, der die Südpolregion vor industrieller Nutzung verschont sowie die Entwicklung und Markteinführung des FCKW-freien Kühlschranks Greenfreeze, der weltweit inzwischen rund 150 Millionen Mal verkauft wird. Der Kühlschrank kommt ohne ozonschicht- und klimaschädliche Kühlgase aus. Außerdem ist die seit vier Jahren laufende Kampagne gegen Gentechnik in Lebensmitteln ausschlaggebend dafür, dass Gentechnikprodukte in deutschen Supermärkten praktisch unverkäuflich sind.

Mit den Erfolgen wuchs auch die Zahl unserer Unterstützer. Kämpfte 1980 nur eine Hand voll Umweltaktivisten gegen die Dünnsäureverklappung, hat sich Greenpeace heute zu einer schlagkräftigen gesamtgesellschaftlichen Kraft gewandelt. Allein 2004 ist die Zahl der Förderer um 20.000 auf rund 548.000 Förderer angewachsen. Rund 2.700 Ehrenamtliche engagieren sich in 85 lokalen Gruppen, es existieren 48 Jugend-Gruppen (JAGs), 24 Teams50plus (Senioren) und 1.700 Greenteams (Kindergruppen). Auch finanziell erhält Greenpeace Deutschland viel Zuspruch. Die Gesamterträge beliefen sich 2004 auf 41,54 Millionen Euro. Dabei sollte man wissen, dass Greenpeace keine Projektgelder von Staat, EU oder Industrie annimmt.

Die Herausforderungen der nächsten Jahre kann Greenpeace jedoch nicht allein bewältigen. Moderne Umweltstandards sollen auch in anderen Ländern zur Pflicht werden. Dazu kann jeder Verbraucher seinen Teil beitragen, unter anderem durch verantwortungsvollen Konsum. Doch auch die Politik darf nicht immer mehr Verantwortung an internationale Konzerne abgeben, sondern muss stärker die Lebensgrundlagen der Bevölkerung schützen. Umweltschutz ist kein Luxus - sondern Überlebensvorsorge, sagt Roland Hipp.

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