“Rainbow Warrior” protestiert weiter gegen Bergbau am Meeresboden

Rohstoffgier in der Tiefsee

Zwischen Mexiko und Hawaii sollen Manganknollen abgebaut werden. Die ersten Tests dafür haben begonnen.

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Langsam taucht der Tiefsee-Roboter „Patania II“ wieder auf und hinterlässt eine hellbraune Sedimentwolke an der Wasseroberfläche. Die Tests mit dem Prototyp-Kollektor der belgischen Firma Global Sea Mineral Resources (GSR) haben im belgischen Lizenzgebiet der Clarion-Clipperton-Zone im Pazifik begonnen. Dort sollen Manganknollen in 4.500 Meter Tiefe aus dem Meeresboden abgesammelt werden.

Der Tiefsee-Roboters „Patania II“ hinterlässt beim Auftauchen eine hellbraune Sedimentwolke an der Wasseroberfläche.

Tiefsee-Roboter „Patania II“ hinterlässt eine hellbraune Wolke aus restlichem Tiefsee-Sediment an der Wasseroberfläche. ©Marten van Dijl /Greenpeace

Greenpeace-Aktivist:innen an Bord der „Rainbow Warrior“ sind auch vor Ort und protestieren gegen den umweltzerstörenden Manganknollen-Abbau in der Tiefsee. Als der Roboter ein nächstes Mal herabsinkt, ist es so weit: Mit einem Schlauchboot fahren die Umweltschützer:innen von der „Rainbow Warrior“ zum von GSR gecharterten Schiff „Normand Energy“ und hinterlassen dort den Schriftzug „RISK!“.

„Wir setzen uns dafür ein, die Tiefsee zu schützen”, sagt Dr. Sandra Schöttner, Meeresbiologin bei Greenpeace. „Bergbaufirmen und Regierungen planen den größten Lebensraum der Erde zu plündern. Unsere Beobachtungen während der Tests hier im Pazifik deuten darauf hin, dass am Meeresboden erhebliche Zerstörung stattfindet.” Greenpeace fordert, sämtliche Unterwasseraufnahmen sofort zu veröffentlichen. „Die Menschen haben das Recht zu erfahren, was dort unten passiert. Die Tiefsee gehört zum ‚Gemeinsamen Erbe der Menschheit‘ und muss für diesen hochriskanten Rohstoffabbau tabu bleiben!“

Greenpeace protestiert gegen den Tiefseebergbau im Pazifik vor dem Schiff "Normand Energy"

Greenpeace-Protest gegen den Tiefseebergbau im Pazifik vor dem Schiff „Normand Energy“. ©Marten van Dijl /Greenpeace

Die Tauchgänge des Roboters dokumentiert GSR mit Unterwasseraufnahmen. Meeresforscher:innen weltweit warnen, dass der geplante kommerzielle Tiefseebergbau einzigartige Ökosysteme langfristig schädigen und Tierarten auslöschen kann.
In den kommenden Wochen wird GSR auch im deutschen Lizenzgebiet der Clarion-Clipperton-Zone im Pazifik Tests mit dem Tiefseebergbau-Roboter durchführen. In den vergangenen Jahrzehnten hat Deutschland etwa 50 Millionen Euro in die Erforschung und Entwicklung des Tiefseebergbaus investiert.

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