Greenpeace Aktive protestieren in mehr als 30 Städten

Achtung, Billigfleisch!

Edeka wirbt mit seiner Liebe für Lebensmittel. Die scheint aber beim Umweltschutz haltzumachen: Die Supermarktkette will weiter Fleisch aus tierschutzwidriger Haltung verkaufen.

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Update vom 10. Juni

Greenpeace-Aktive fordern Edeka seit einigen Wochen auf: Fleisch der Haltungsform 1 und 2 raus aus dem Sortiment! Keine Werbung mehr für Billigfleisch! Eine Karte verzeichnet nun Aktivitäten in mehr als hundert Städten und Orten. 


                                                                                                                                                                                  

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Update vom 2. Juni

Aktive zeigen an einer Edeka-Zentrale in Kiel, wie Edekas Werbeslogan wirklich lauten müsste. 

Mit Hilfe von Hochdruckreinigern und Schablonen reinigen Aktive den schmutzigen Untergrund, so dass die sauberen Flächen ein "Clean Graffiti" mit einer deutlichen Botschaft ergeben.

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Update vom 1. Juni

Mit einem 17 mal 21 Meter großen Banner am Edeka-Hauptsitz in Hamburg fordern 20 Greenpeace Aktive: “Edeka: Tier- und Klimaschutz, das könnt ihr besser!”. Edeka weigert sich als einziger großer deutscher Lebensmitteleinzelhändler, Frischfleisch seiner Eigenmarken der tierschutzwidrigen Haltungsform 1 aus dem Sortiment zu nehmen.

Greenpeace Aktive protestieren mit einem riesigen Banner an der Fassade am Edeka-Hauptsitz in Hamburg: "Edeka, Tier- und Kllimaschutz - das könnt ihr besser!."

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Bereits am vergangenen Samstag waren Aktivisten und Aktivistinnen in mehr als 30 Städten unterwegs: “Fleisch von Edeka befeuert die Klimakrise!”, “Fleisch von Edeka stammt aus tierschutzwidriger Haltung!” oder "Fleisch von Edeka treibt das Artensterben voran!”. Die Plakate, die Greenpeace Aktive vor Supermarktfilialen mit dem blau-gelben Edeka-Schriftzug in die Höhe halten, erinnern an Warnhinweise auf Zigarettenpackungen und machen deutlich: Billigfleisch schadet nicht nur unserer Gesundheit, sondern hat enorme Folgen für die Umwelt. Die Forderung der Umweltschützer:innen: Edeka muss aufhören, Billigfleisch auf Kosten von Mensch, Tier und Klima zu verramschen.

Konkurrenten wie Lidl und Rewe haben bereits mit Zeitangaben angekündigt, in Zukunft kein Frischfleisch aus der schlechtesten Stufe 1 der freiwilligen Kennzeichnung ‘Haltungsform’ mehr anzubieten. Das Edeka-Unternehmen mit der Discounter-Tochter Netto setzt jedoch auch weiterhin auf Fleisch aus industrieller Tierhaltung, das als weltweit größter Naturzerstörer wichtige Ökosysteme wie Regenwälder vernichtet und enorme Treibhausgasemissionen verursacht. Die Edeka-Gruppe ist mit einem Nettoumsatz von rund 61 Milliarden Euro im Jahr 2019 das umsatzstärkste Unternehmen im deutschen Lebensmittelhandel.  

Transparenz für Kundschaft? Oft Fehlanzeige

Auch der Einführung der Haltungsform stimmte Edeka als letzte Supermarktkette unter den wichtigsten deutschen Lebensmitteleinzelhändlern erst 2019 zu. Greenpeace stuft die Produktion von Fleisch der Haltungsform 1 und 2 als tierschutzwidrig ein und fordert daher vom gesamten Handel den Ausstieg aus dieser Art von Tierhaltung. Zudem fehlt an den prestigeträchtigen Edeka-Bedientheken oft die für Kund:innen wichtige Transparenz: Eine bundesweite Greenpeace-Recherche zeigt große Lücken bei der Kennzeichnung, zudem kann das Verkaufspersonal die Kundschaft zu Tierhaltung und Kennzeichnung oft nicht ausreichend informieren. “Edeka steckt scheinbar mehr Geld in Imagearbeit und Werbung für Billigfleisch als in die Schulung des Verkaufspersonals”, sagt Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. “Die heutige Lebensmittel- und vor allem Fleischproduktion hat eine Schlüsselrolle beim Umwelt- und Klimaschutz. Unternehmen wie Edeka müssen ihre gesellschaftliche Verantwortung endlich ernst nehmen und aufhören, Billigfleisch zu bewerben und zu verkaufen.”

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