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Gift-Rekordfracht durch Elbe-Hochwasser

Durch das Hochwasser der Elbe und ihrer Nebenflüsse im Jahr 2002 wurden so viele Giftstoffe freigesetzt wie in keinem anderen Jahr seit 1975 - dem Beginn der Aufzeichnungen. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am Freitag Zahlen, wonach das Hochwasser knapp 4.800 Kubikmeter Wasser gefährdende Stoffe in die Umwelt spülte. Der Großteil davon sei Heizöl aus privaten Tanks in den überfluteten Gebieten gewesen, teilte das Amt mit.

Greenpeace hatte schon Tage nach dem Hochwasser Analysen über stark erhöhte Belastungen mit Schwermetallen und Dioxin vorgelegt. Ein großer Teil davon kam aus dem tschechischen Chemiewerk Spolana, das allein die Elbe mit 3.500 Tonnen unterschiedlichster Chemikalien befrachtete. Diese tauchen in der Statistik der deutschen Behörden jedoch nicht auf.

Zusätzlich zu dem Hochwasser belasteten bundesweit noch einmal rund 4.700 Kubikmeter Mineralölprodukte und andere Giftstoffe aus über 2.000 Unfällen die Umwelt. Nur 15 Prozent der gesamten Giftfracht von über 9.500 Kubikmetern oder 300 großen Tanklastern konnte wiedergewonnen und entsorgt werden. Etwa 8.000 Kubikmeter belasten demnach die Gewässer dauerhaft. Im Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2001 waren es nur rund 3.000. (hol)

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