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Diesel-Schweine adieu!

Vertreter der Automobilindustrie haben am Dienstag nach einem Treffen mit Bundeskanzler Schröder zugesagt, zukünftig Diesel-PKW mit einem Partikelfilter auszustatten. Zusätzlich will die Bundesregierung saubere Dieselfahrzeuge ab kommendem Jahr steuerlich entlasten. Damit wird endlich eines der größten Gesundheitsprobleme im Verkehrsbereich angepackt.

Das war überfällig!, kommentiert Günter Hubmann, Verkehrsexperte bei Greenpeace, die Vorhaben von Industrie und Politik. Die deutsche Autoindustrie hat auch auf Druck von Greenpeace eingesehen, dass Diesel-Schweine nicht länger marktfähig sind. Hätte die Autoindustrie nicht versucht, ihre übliche Verweigerungsstrategie durchzusetzen, könnten heute schon fast alle Fahrzeuge mit Dieselrußfiltern ausgerüstet sein. Dann wären die Menschen vor den giftigen Abgasen längst geschützt und die deutsche Autoindustrie hätte ihre führende Rolle auf dem Weltmarkt behalten.

Die Entscheidung der Bundesregierung ab 2005 endlich Dieselrußfilter steuerlich zu fördern, wird die Nachrüstung von Altfahrzeugen vorantreiben, sagt Hubmann. Das wird Arbeitsplätze im Kfz-Handwerk sichern. Greenpeace fordert, dass der Grenzwert von 2,5 Milligramm pro Kilometer in Deutschland und Europa durchgesetzt wird. Jede Erhöhung bedeutet mehr Gesundheitsrisiko für die Menschen.

Greenpeace startete bereits 1999 die Kampagne zur Einführung von Dieselrußfiltern. 2002 ließen wir zum ersten Mal ein deutsches Serienfahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüsten. Das Fahrzeug bewährte sich in der Praxis, aber Autoindustrie und Politik reagierten zunächst nicht.

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