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19 Jahre nach Tschernobyl: Comeback der AKW

An diesem Dienstag jährt sich zum 19. Mal die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Darauf weisen bundesweit die Jugendgruppen von Greenpeace mit verschieden Aktionen hin. In 10 Städten wollen die Jugendlichen aktiv werden und warnen vor der Verharmlosung der Gefahren der Atomenergie.

Am 26. April 1986 zerbarst in den frühen Morgenstunden der Block 4 des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl. In den folgenden Tagen breitete sich eine radioaktive Wolke über ganz Europa aus. Die unmittelbar angrenzenden Gebiete sind noch heute unbewohnbar, der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Länder immens.

Weißrussland wird in den ersten 30 Jahren seit der Katastrophe wirtschaftliche Verluste von 43,3 Milliarden Dollar erleiden. Rechnet man die Schäden für Umwelt und Gesundheit ein, steigt der Schaden auf 235 Milliarden Dollar - 32 Mal so viel wie das Bruttosozialprodukt des Landes von 1985. Noch heute wird von allen Unternehmen mit Ausnahme des Landwirtschaftssektors eine Tschernobyl-Steuer in Höhe von vier Prozent der Lohnsumme erhoben.

Tschernobyl darf nicht vergessen werden, sagt Atomexperte Thomas Breuer. Immer mehr Leute aus Politik und Industrie reden zurzeit darüber, dass Atomkraft eine klimafreundliche Energie sei, dass Atomkraftwerke weiter genutzt werden sollen, als ob es Tschernobyl nie gegeben hätte.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation wurden in den ersten Tagen nach der Katastrophe zwei Millionen Kinder mit radioaktivem Jod verseucht. Einem Drittel der Kinder, die zum Zeitpunkt der Katastrophe unter vier Jahre alt waren, droht im Laufe ihres Lebens Schilddrüsenkrebs. Schon heute ist ein gehäuftes Auftreten festzustellen.

Eine wissenschaftliche Auswertung des Nationalen Krebsregisters von Weißrussland ergab, dass die Krebssterblichkeit seit dem Unfall um durchschnittlich 39,9 Prozent gestiegen ist, gebietsweise gar um knapp 56 Prozent.

Trotz dieser Erfahrungen feiert die Atomenergie ein erschreckendes Comeback als angeblich klimafreundliche und kostenkünstige Alternative zu Kohlekraftwerken. Angesichts des menschlichen Leids nach der Explosion in Tschernobyl ist die Forderung nach neuen Atomkraftwerken geradezu menschenverachtend, sagt Thomas Breuer.

Ein Atomunfall im dichtbesiedelten Deutschland hätte noch weitaus größere Folgen. Atomkraftwerke in Deutschland stehen immer in der Nähe von Großstädten. Ein Supergau bei Hamburg wäre eine Katastrophe ohnegleichen. Greenpeace fordert Politiker, die sich heute wieder für Atomkraft aussprechen, auf, Tschernobyl zu besuchen, ehe sie neue Atomkraftwerke für Deutschland fordern.

Publikationen

Tschernobyl: Sanierung des Sarkophags - Wettlauf mit der Zeit

Vor 18 Jahren zeriss eine Explosion in der Ukraine den Block Nr. 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die dabei freigesetzte radioaktive Wolke verstrahlte weite Teile Europas. Sie tötete hunderttausende Menschen - und tötet heute noch.
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Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

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