Jetzt spenden
Das rheinische Braunkohlerevier ist die größte CO2-Quelle Europas.
Bernd Arnold/visum/Greenpeace

Klimastreit mit RWE geht in die nächste Runde

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Nach Meinung von Greenpeace gehört der Energiekonzern RWE wegen seiner klimafeindlichen Energiepolitik auf die Anklagebank. RWE ist der größte CO2-Emittent Europas. Mit dem Verbrennen von Braunkohle trägt der Konzern erheblich dazu bei, dass sich das Klima immer weiter erwärmt. Braunkohle ist der Energieträger mit dem höchsten Kohlendioxidausstoß pro erzeugter Kilowattstunde Strom.

Greenpeace hat immer wieder gegen das unverantwortliche Verhalten des Unternehmens protestiert, so vor zwei Jahren in der Tagebaugrube Hambach. Rund 50 Aktivisten hatten dort im Mai 2004 den Ausstieg aus der Braunkohle und den Ausbau Erneuerbarer Energien gefordert. Sie waren auf einen 96 Meter hohen Schaufelradbagger geklettert und hatten oben ein Transparent befestigt mit der Aufschrift Kohle zerstört das Klima. RWE ging wegen des viertägigen Protests vor Gericht.

{image_r}Im damaligen Verfahren hat der Konzern nicht widersprochen, als es darum ging, dass er durch seine Braunkohleverstromung erheblich zum weltweiten Klimawandel beiträgt. RWE bestreitet auch nicht, dass Braunkohle hohe Schäden erzeugt. Trotzdem macht das Unternehmen weiter wie bisher.

Am 16. März 2006 verurteilte die 1. Zivilkammer des Landgerichts Aachen Greenpeace dazu, RWE in Ruhe zu lassen und Schadenersatz zu zahlen. Die wesentliche Frage blieb unbeantwortet: Darf ein Energieversorger immer weiter in riesigen Mengen CO2 emittieren, obwohl davon eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht?

Für Klimaschutz gibt es bisher in Deutschland keinen wirksamen Rechtsschutz, sagt Greenpeace-Rechtsanwalt Michael Günther. Der Klimastreit zwischen RWE und Greenpeace behandelt juristische Grundsatzfragen. Für die Rechtsprechung ist das Neuland. Verursacher wie RWE können aber nicht damit rechnen, auf Dauer nicht zur Verantwortung gezogen zu werden.

{image}Müssen vom Klimawandel Betroffene dulden, dass dieser von Unternehmen wie RWE immer weiter angeheizt wird? Mit dieser Frage, so der der Anwalt, müsse sich das Oberlandesgericht Köln beschäftigen.

RWE ist ein Klimakiller. Der Konzern betreibt die klimaschädlichsten Kraftwerke Europas und will sogar noch neue hinzubauen, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Wir erleben immer häufiger Überschwemmungen und Wetterextreme, die zu Schäden in Millionenhöhe führen. Dafür trägt auch RWE eine Mitverantwortung. Wenn der zunehmende Klimawandel kein Notstand ist, was ist dann überhaupt noch ein Notstand? Wir sind bereits mittendrin im Klimawandel, jetzt muss gehandelt werden.

  • surface mining Hambach

    surface mining Hambach

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/protestmail-gaskosten-falle

Raus aus der Gaskosten-Falle

Schluss mit der Gasabhängigkeit! Ein abgeschwächtes Heizungsgesetz ruiniert unsere Klimaziele und treibt Verbraucher:innen in eine Kostenfalle. Das müssen wir verhindern! Appellieren Sie jetzt an Ihre Abgeordneten von CDU/CSU und SPD, damit sie eine sozial-gerechte Wärmewende verteidigen!

Protestmail senden
Protest at DWS Building in Frankfurt

Mehr zum Thema

Protest on Crane Calling for Energy Independence at Chancellery in Berlin

Klimaschutz geht anders

Am 25. März entschied das Kabinett über das Klimaschutzprogramm, das dem - schwachen - Klimaschutzgesetz einen Hauch von Leben geben soll. Für echten Klimaschutz müsste mehr getan werden.

mehr erfahren über Klimaschutz geht anders
Vor dem Bundesverfassungsgericht präsentieren mehrere Kläger:innen Klimaschutz-Banner und die Zahl der Zukunftskläger:innen: 54.000

Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage

Greenpeace und Germanwatch haben gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen Klima-Verfassungsbeschwerden eingereicht. Die Bundesregierung ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und lehnt die Klimaklagen ab.

mehr erfahren über Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage
Gletscherschmelze: der Gurgler 1932 - 2025

Gletscherschmelze: Berge ohne Eis

Erschreckend: Ausgerechnet zum Welttag der Gletscher am 21. März verliert Deutschland nach 60 Jahren sein einziges Gletscher-Skigebiet. Eine Folge der Erderhitzung.

mehr erfahren über Gletscherschmelze: Berge ohne Eis
Klimaland Bavaria 2040 - Keep the word- Protest Munich

Bayern schafft den Klimabericht ab

Rückschlag! Der jährliche Klimabericht belegt das Scheitern der Regierung Söder in der Klimapolitik. Deswegen schafft ihn die CSU jetzt ab.

mehr erfahren über Bayern schafft den Klimabericht ab
Korallen im Seringapatam-Riff, Australien

Die Erwärmung der Meere

Die Ozeane haben bislang etwa 80 Prozent der Wärme aufgenommen, die wir dem Klimasystem zugeführt haben. Die Erwärmung reicht bis in eine Tiefe von 3.000 Metern. Das bringt die Meere aus dem Takt.

mehr erfahren über Die Erwärmung der Meere
Portrait of Sarah Zitterbarth

„Für Europa kann das ein Katalysator sein“

Per Dekret ordnet US-Präsident Donald Trump den Austritt der USA aus einer Reihe internationaler Abkommen an. Was bedeutet das für Klimaschutz weltweit? Ein Interview mit Greenpeace Klimaexpertin Sarah Zitterbarth.

mehr erfahren über „Für Europa kann das ein Katalysator sein“