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Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise im Kangerdlussuaq Fjord in Grönland, Juli 2005
Steve Morgan / Greenpeace

Ökosystem Meer verändert sich durch den Klimawandel

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Die Erwärmung des Wassers hat gravierende Auswirkungen auf das Ökosystem Meer. Bislang haben sich die Ozeane zwar im weltweiten Durchschnitt seit 1955 nur um 0,04 Grad Celsius erwärmt. Der Wert ist deshalb so gering, weil die tieferen und mittleren Meeresschichten sehr viel kälter sind als das Oberflächenwasser: Direkt an der Oberfläche haben sich die Meere schon um durchschnittlich 0,6 Grad Celsius erwärmt. Der Temperaturanstieg an der Wasseroberfläche ist geringer als an Land, weil sich Landflächen allgemein schneller erwärmen als Wasserflächen.

Die Erwärmung der Meere hat Folgen für Fische und Meeressäuger. Sie wandern polwärts, ein Phänomen, das man auch bei Tieren an Land beobachten kann. Die Populationen des Kabeljaus in der Nordsee etwa schrumpfen stärker, als es allein mit Überfischung erklärt werden kann, sie wandern in Folge der steigenden Temperaturen bereits nordwärts. Nördlich gelegene Regionen profitieren von dieser Entwicklung: Der Fischfang im Nordmeer könnte sich insgesamt verbessern, so lange die Erwärmung ein bis zwei Grad Celsius nicht übersteigt.

Die Meere versauern

Meere bilden CO2-Senken, das heißt, sie können CO2 aufnehmen. Ungefähr ein Drittel der vom Menschen ausgestoßenen Kohlendioxid-Mengen haben die Ozeane aufgenommen. Ozeane verlangsamen als Kohlenstoff-Speicher zwar die Erderwärmung, doch durch die enormen zusätzlichen Mengen von Kohlendioxid versauern die Meere.

Das Kohlendioxid, das die Meere aufnehmen, verbindet sich teilweise mit dem Wasser zu Kohlensäure. Der so genannte pH-Wert des Meerwassers sinkt, das Wasser wird zunehmend saurer. Der durchschnittliche pH-Wert hat sich bereits von 8,16 auf 8,05 verringert. Das hört sich nicht nach viel an, dieser Effekt hat aber schwerwiegende Folgen z.B. für Organismen mit kalkhaltigen Schalen. Ihr Schutzmantel wird von der Säure angegriffen oder zerstört. Besonders Korallen und Kleinstlebewesen wie winzige Meeresschnecken und Zooplankton, die am Anfang der Nahrungskette stehen, sind betroffen.

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