Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) sagte, es handele sich um ein sehr ernsthaftes Problem. Das gesamte System der Kontrolle und Qualitätssicherung bei den Herstellern dieser Zwischenkühler müsse auf den Prüfstand.

Alle vier Zwischenkühler waren im AKW Unterweser innerhalb der letzten drei Jahre ausgetauscht und durch neue ersetzt worden. Nach Angaben des Umweltministeriums wichen die Schweißnähte der neuen Zwischenkühler bezüglich der Breite und Stärke von den Angaben in der Dokumentation ab. Weiterhin teilte die Behörde mit, dass bei einer speziellen Schweißnaht offenbar bereits beim Hersteller umfangreiche Reparaturmaßnahmen vorgenommen wurden.

Die Qualitätsmängel waren beim Einbau der neuen Zwischenkühler nicht aufgefallen, da sie sich auf der Innenseite der Rohre befinden. Beim Einbau werden die Rohre nicht ausführlich untersucht. Man gehe davon aus, dass die Produkte neuwertig seien, erläuterte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Montage und Fertigung der Zwischenkühler sei von E.ON an die Firma Siemens - heute Framatome ANP - vergeben worden, die damals Unteraufträge an zwei weitere Firmen erteilt habe.

Im AKW Unterweser gehört Pfusch nach wie vor zum Alltag. E.ON läßt sich von Siemens neue AKW-Teile liefern, die nicht dem genehmigten Standard entsprechen - und das schon zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren, erklärte Atom-Expertin Susanne Ochse. Hier stellt sich die Frage, ob das Schlamperei oder Methode ist?

Bereits im Februar 2000 hatte es im AKW Unterweser einen ähnlichen Skandal um mangelnde Qualitätssicherung gegeben. Damals hatte Siemens Brennelemente geliefert, deren Qualitätsdokumente vom Hersteller British Nuclear Fuels gefälscht worden waren. Das AKW musste abgeschaltet und die Brennelemente aus dem Reaktor genommen werden.

Die Probleme mit der Qualitätssicherung in Unterweser sind offensichtlich nicht im Griff, kritisiert Susanne Ochse. Die Aufsichtsbehörde in Hannover muss diesmal härtere Konsequenzen ziehen. Lieferanten, die bei der ohnehin hoch gefährlichen Atomtechnik auch noch Pfusch abliefern, gehören aus dem Verkehr gezogen. Greenpeace fordert, sofort zu prüfen, ob die Hersteller der Zwischenkühler auch für andere Atomkraftwerke Ersatzteile geliefert haben.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

1986 ereignete sich in Tschornobyl eine Katastrophe: Das Atomkraftwerk explodierte, eine radioaktive Wolke verseuchte die Region und zog über Europa. Am 26. April jährt sich der Super-GAU zum 40. Mal.

mehr erfahren über Tschornobyl
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschornobyl

Seit 2016 schützte ein neuer, teurer Sarkophag die Umwelt vor des Strahlen Tschornobyls. 2025 beschädigte ihn ein russischer Drohnenangriff schwer. Ein neuer Report zeigt: er ist jetzt undicht.

mehr erfahren über Der Sarkophag in Tschornobyl
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Zwei Jahre ohne Atomkraft

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum endgültig abgeschaltet. Und das ist gut so!

mehr erfahren über Zwei Jahre ohne Atomkraft
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.

Fukushima 15 Jahre später

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, die Folgen sind bis heute zu spüren. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren über Fukushima 15 Jahre später
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht

9 Fakten über Atomkraft

Auch wenn immer wieder eine „Renaissance“ herbeigeredet wird: die Fakten sprechen gegen Atomkraft. Denn sie ist und bleibt unsicher, unzuverlässig, gefährlich, dreckig und teuer. Punkt. Aus.

mehr erfahren über 9 Fakten über Atomkraft
Der Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben 01/21/2011

Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren

Ein maroder Salzstock im niedersächsischen Gorleben war jahrzehntelang als Endlageroption für hoch radioaktiven Müll ausersehen. Aus politischen Gründen. Denn fachlich war klar: sicher ist er nicht.

mehr erfahren über Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren