Jetzt spenden
Projektion auf das Atomkraftwerk Isar: "Sicher ist nur: AKW Isar abschalten!"  09/11/2009
Thomas Einberger / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Damit stellen gerade die ältesten und unsichersten Reaktoren während ihrer gesamten Restlaufzeit ein attraktives Ziel für Angriffe aus der Luft dar. Auch neun Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind deutsche Atomkraftwerke nicht effektiv gegen solche Angriffe - oder auch die Beschädigung durch Flugzeugunfälle - geschützt. Bei den sieben ältesten würde schon der Absturz eines Airbus A320 ausreichen, um eine weiträumige radioaktive Verseuchung auszulösen. Dabei handelt es sich bei diesem Flugzeugtyp um eine der kleineren und leichteren Passagiermaschinen. Die größten Passagierflugzeuge wiegen vollgetankt siebenmal so viel wie ein Airbus A320 und können daher viel mehr Schaden anrichten.

Umweltminister Röttgen (CDU) ist für die Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke verantwortlich. Greenpeace fordert ihn auf, sich gegen die Novellierung des Atomgesetzes auszusprechen. Minister Röttgen muss jetzt Farbe bekennen. Er kann sich nicht öffentlich als Garant für die Sicherheit inszenieren und gleichzeitig dafür einsetzen, dass selbst die ältesten Atommeiler mit ihren hauchdünnen Hüllen nicht gegen einen Flugzeugabsturz geschützt werden sollen, sagt Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace. Ein Weiterbetrieb ohne Nachrüstungen wäre unverantwortlich. Röttgen muss sich entscheiden, ob er Minister für die Umwelt oder die Atomkonzerne sein will. Sicherheit kennt keine Kompromisse.

Die Bundesregierung hat sich in den vergangenen Wochen wiederholt bemüht, Entscheidungen zur Atompolitik an der Öffentlichkeit vorbei zu treffen. So machte die Regierung den Vertrag mit den Energieversorgern zur Laufzeitverlängerung zu nachtschlafender Zeit und hielt den genauen Inhalt des Vertrags geheim. Sie hält weiterhin das Papier einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe geheim, das einen abgestimmten Katalog zu den Sicherheitsanforderungen für Atomkraftwerke enthält. Greenpeace fordert die sofortige Offenlegung dieses Dokuments. Die gesamte Wahrheit muss endlich auf den Tisch. Wir haben es satt, nur nach Druck und scheibchenweise von der Regierung über ihre Atompläne informiert zu werden, sagt Münchmeyer.

  • Aus einem Gesetzentwurf der Bundesregierung 2010

    Gesetzentwurf

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

1986 ereignete sich in Tschornobyl eine Katastrophe: Das Atomkraftwerk explodierte, eine radioaktive Wolke verseuchte die Region und zog über Europa. Am 26. April jährt sich der Super-GAU zum 40. Mal.

mehr erfahren über Tschornobyl
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschornobyl

Seit 2016 schützte ein neuer, teurer Sarkophag die Umwelt vor des Strahlen Tschornobyls. 2025 beschädigte ihn ein russischer Drohnenangriff schwer. Ein neuer Report zeigt: er ist jetzt undicht.

mehr erfahren über Der Sarkophag in Tschornobyl
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Zwei Jahre ohne Atomkraft

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum endgültig abgeschaltet. Und das ist gut so!

mehr erfahren über Zwei Jahre ohne Atomkraft
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.

Fukushima 15 Jahre später

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, die Folgen sind bis heute zu spüren. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren über Fukushima 15 Jahre später
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht

9 Fakten über Atomkraft

Auch wenn immer wieder eine „Renaissance“ herbeigeredet wird: die Fakten sprechen gegen Atomkraft. Denn sie ist und bleibt unsicher, unzuverlässig, gefährlich, dreckig und teuer. Punkt. Aus.

mehr erfahren über 9 Fakten über Atomkraft
Der Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben 01/21/2011

Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren

Ein maroder Salzstock im niedersächsischen Gorleben war jahrzehntelang als Endlageroption für hoch radioaktiven Müll ausersehen. Aus politischen Gründen. Denn fachlich war klar: sicher ist er nicht.

mehr erfahren über Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren