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OMV

Orang-Utans erobern Tankstelle in Wien

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Eine OMV-Tankstelle in Wien bekam am Donnerstagmorgen Besuch von Orang-Utans. Greenpeace-Aktivisten, einige davon in Orang-Utan-Kostümen, gestalteten die Tankstelle zu einem Stück Regenwald um. Sie forderten: OMV: Keinen Urwald in den Tank. OMV-Agrodiesel ist mitverantwortlich für die Zerstörung von Urwald in Südamerika und Südostasien.

Im Vorfeld hatte Greenpeace an verschiedenen österreichischen Tankstellen Dieselproben gezogen und ließ diese von einem unabhängigen Labor analysieren. Alle Proben enthielten Sojaöl, einige sogar Palmöl. In den Dieselproben von OMV-Tankstellen haben wir einen Anteil von fünfzehn Prozent Sojaöl gefunden, bei einer Tankstelle sogar fünf Prozent Palmöl, erklärt Jurrien Westerhof, Energieexperte bei Greenpeace in Österreich.

Je höher die Beimischungsquote von Soja- und Palmöldiesel im Agrosprit, desto höher ist natürlich auch der Bedarf nach diesen Ölen. Um die enorme Nachfrage nach diesen Pflanzen für die Produktion zu befriedigen, werden in Indonesien und Argentinien Millionen Hektar Urwald zerstört. Auf diesen Flächen entstehen dann Soja- oder Palmöl-Plantagen. Folge: Viele Tiere und Arten sind vom Aussterben bedroht.

Doch die Urwaldzerstörung ist nicht nur für die Artenvielfalt ein Desaster. Sie trägt auch massiv zum Klimawandel bei. Durch die Abholzung der Wälder werden riesige Mengen an Kohlendioxid freigesetzt. So dauert es 423 Jahre bis durch den Einsatz von Palmöl einer indonesischen Plantage, die CO2-Emissionen durch die vorherige Urwaldzerstörung wieder ausgeglichen sein werden. Effektiver Klimaschutz sollte heute beginnen - nicht erst in 424 Jahren.

Ein Kurswechsel in der Politik ist also dringend notwendig und eine Erhöhung der Beimischungsqoute für Agrosprit kontraproduktiv. Wer das Klima schützen will, muss alles tun, um auch die Urwälder zu schützen. Hoffen wir, dass das auch den Politikern und Verantwortlichen klar wird. Nicht nur die letzten wild lebenden Orang-Utans werden es uns danken.

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