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10 Meter hohes Kreuz vor VW-Zentrale in Wolfsburg
Marion Owen / Greenpeace

Zukunft ohne Diesel: Protest vor VW-Zentrale

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Ära Diesel ist vorbei, das machen Greenpeace-Aktivisten heute mit einem zehn Meter hohen Kreuz vor der VW-Zentrale in Wolfsburg deutlich. Zeit für Autokonzerne, umzudenken.

Der Diesel ist angezählt: Innerhalb der kommenden zehn Jahre werden Dieselautos „nahezu vollständig“ vom Markt verschwinden, prognostiziert die Ökoalarmismus unverdächtige Schweizer UBS Bank. Neue Mobilitätsangebote würden den Diesel rasch vom Markt drängen, so die Banker. Damit die deutschen Automobilkonzerne die Zeichen der Zeit nicht länger ignorieren, sorgen Greenpeace-Aktivisten heute für das passende Bild: Vor der VW-Zentrale in Wolfsburg haben sie ein zehn Meter hohes Kreuz errichtet, das auf sechs ausrangierten Diesel-PKW steht. „Ruhe in Frieden – Diesel“ heißt es in großen Lettern unter dem Kreuz. „2016 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem das rasche Ende des Diesels seinen Anfang nahm“, sagt Daniel Moser, Greenpeace-Experte für Verkehr. Die schmutzige Technologie hat keine Zukunft..

Patientenakte Diesel

Allerdings kränkelt der Diesel schon länger. Die Ursache ist sein hoher Stickoxid-Ausstoß: Der Luftschadstoff stammt größtenteils aus Dieselmotoren und verursacht pro Jahr mehr als 10.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland, so die Europäische Umweltagentur . Mit zahlreichen Tricks wollten die Autohersteller die schmutzige Wahrheit verheimlichen. Testergebnisse wurden manipuliert, gesetzliche Schlupflöcher mit viel Dreistigkeit genutzt. Wie schlecht es um den Diesel tatsächlich steht, zeigte sich im Herbst 2015: Der VW-Abgasskandal offenbarte, mit welchem kriminellen Ehrgeiz der Autobauer versucht hat, die schlechten Abgaswerte seiner Diesel zu kaschieren. Inzwischen wissen wir: Betroffen sind nicht nur VW-Modelle, die gesamte Automobilbranche ist infiziert. 

Seither verschlechtert sich der Zustand des Motors rapide: Erstmals seit Jahren ging 2016 der Anteil neu zugelassener Dieselautos in Deutschland zurück; im November beschleunigte sich der Rückgang auf ein Minus von gut acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die anhaltend schlechte Luft in vielen Städten hat Deutschland ein EU-Verfahren eingebrockt. Fahrverbote für Dieselautos, die Hauptursache der schlechten Werte, werden daher immer wahrscheinlicher. Städte wie Paris, Madrid und Athen kündigten bereits Zufahrtsverbote ab 2025 an. Volkswagen möchte in den USA künftig keine Diesel mehr verkaufen, bei Mercedes berichten Medien von ähnlichen Überlegungen.

Rezept für saubere Mobilität

Angesichts dieser Entwicklungen klingt die Vorhersage der UBS Bank fast zu vorsichtig. „Die deutsche Autoindustrie wollte mit Tricks und Betrügereien einen Motor retten, der die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzt“, sagt Moser. „Die Hersteller müssen jetzt saubere Formen der Mobilität entwickeln, sonst haben sie keine Zukunft.“

Saubere Mobilität – das beinhaltet vor allem die Abkehr von der Idee des privaten Autos sowie den Ausbau von E-Fahrzeugen, ÖPNV und Fahrradverkehr. Der Dieselausstieg ist dafür entscheidend und käme nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Klima zugute. Denn den CO2-Vorteil des Dieselmotors, mit dem Automobilkonzerne gerne argumentieren, haben die Hersteller mit immer größeren und schwereren Modellen zunichte gemacht. Mit dem im November von der Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzplan 2050 gibt es nun keine Ausreden mehr; die Branche muss bis zum Jahr 2030 gut 40 Prozent CO2 einsparen. Der erste Schritt dafür ist klar: die verantwortlichen Autohersteller müssen dem kränklichen Dieselmotor endlich den Gnadenstoß versetzen.  

>>> Fordern Sie Verkehrsminister Alexander Dobrindt auf, sich für ein Ende der Diesel-Subventionen in Höhe von 7 Milliarden Euro pro Jahr einzusetzen - schreiben Sie hier eine Protestmail.

  • Schild: Gesundheitsgefahr Diesel

    Rotes Licht für den Diesel

    Überspringe die Bildergalerie
  • Aktion 2004: Diesel macht Krebs

    Gesundheit und Klimaschutz liegen lahm

    Überspringe die Bildergalerie
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Petition

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner. Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Klage mit Ihrer Unterschrift!

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