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VW Kühlergrill Symbolbild, Mai 2011
Fred Dott / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die heute veröffentlichte Analyse der Dachorganisation der nichtstaatlichen europäischen Organisationen aus dem nachhaltigen Verkehrsbereich hat die Fortschritte von europäischen Autobauern hin zu klimafreundlichen Autos analysiert. Das Ergebnis: Von 15 untersuchten Autokonzernen landet Volkswagen auf dem neunten Platz.

Mit dem neunten Platz verbessert sich VW zwar um drei Plätze im Vergleich zum Vorjahr, doch die Ausbeute ist eher gering, meint Greenpeace-Sprecher Jörg Feddern: Für einen Konzern, der es sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2018 im Umweltschutz an der Spitze zu stehen, ist dieses Ergebnis enttäuschend. VW hat das technische Know-how und muss seine Anstrengungen jetzt deutlich erhöhen. Stattdessen verhindert der Konzern mit massiver Lobbyarbeit strengere Abgasvorschriften in der EU und betrachtet Spartechniken für seine Flotte nur als Sonderausstattung.

Die Lücke zwischen dem deutschen Autobauer VW und den drei "saubersten" Autoherstellern Fiat, Toyota und PSA (beinhaltet die Marken Peugeot und Citroën) ist groß. Während die Autos von Fiat im Durchschnitt nur 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, liegen die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Volkswagen-Flotte bei rund 143 Gramm CO2 pro Kilometer.

Den vollmundigen Versprechungen müssen endlich Taten folgen. Sonst wird die Mitschuld des Konzerns am Klimawandel immer größer, schließt Jörg Feddern aus der Analyse.

Den letzten Platz belegt übrigens der Autobauer Daimler hinter dem schwedischen Autobauer Volvo. Dafür sichert sich Volvo Platz eins auf der Liste der Autohersteller, die die größten Fortschritte in Sachen CO2-Ausstoß gemacht haben. Volvo verringerte den Spritverbrauch und den CO2-Ausstoß um rund neun Prozent im vergangenen Jahr. Den geringsten Fortschritt machte hingegen der Autobauer Honda, der seinen CO2-Ausstoß sogar um rund 0,6 Prozent verschlechterte.

Volkswagen muss handeln

Auch wenn Volkswagen eine kleine Verbesserung in Sachen Klimaschutz aufweist, ist das noch nicht genug. Der größte europäische Autohersteller bekämpft zwei wichtige europäische Klimaschutzgesetze: Mit seiner Lobbyarbeit gegen strengere EU-Klimaziele verhindert der Konzern, dass EU-weit die CO2-Reduktionsziele angehoben und scharfe CO2-Grenzwerte für Neuwagen festgelegt werden.

Zudem bringt Volkswagen Spritspartechnologien nur mit einem hohen Aufpreis auf den Markt. Nur zahlungskräftige Kunden kommen damit in den Genuss der Spartechnologie Blue Motion oder Blue Motion-Technology. Greenpeace fordert von Volkswagen, seine vorhandene Spartechnik komplett und ohne Aufpreis in Serie zu bringen, seiner Verantwortung für Klimaschutz gerecht zu werden und der Lobbyarbeit gegen strengere EU-Klimaziele ein Ende zu setzen.

Im Juni dieses Jahres hatte Greenpeace im Internet mit der Parodie eines VW-Werbefilms dazu aufgerufen, dass der Konzern sich für mehr Klimaschutz einsetzt. Über 370.000 Unterstützer haben sich bisher an der Online-Petition zur Greenpeace-Kampagne beteiligt.

Einen Link zu der vollständigen Studie How clean are Europe’s cars? An analysis of carmaker progress towards EU CO2 targets in 2010 in englischer Sprache gibt es im Artikel auf der Homepage von Transport & Environment: http://www.transportenvironment.org/News/2011/9/Carmaker-fuel-efficiency-cost-claims-misleading/

Petition

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner. Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Klage mit Ihrer Unterschrift!

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