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Mit dem SmILE in Davos: Greenpeace Kampaigner Wolfgang Lohbeck wird vom Sicherheitspersonal aufgeghalten, Januar 2001
© Falk Heller / argum / Greenpeace

SmILE: Das Wichtigste in Kürze

SmILE: Das Wichtigste in Kürze

Dabei sind drei Elemente entscheidend:

1. Der Motor: SmILE-Autos haben einen Motor mit deutlich kleinerem Hubraum, der aber die gleiche Leistung erbringt wie ein herkömmlicher Motor. Durch Aufladung (Kompression) der Verbrennungsluft hat der Motor einen besseren Wirkungsgrad mit deutlich geringerem Spritverbrauch. Siebzig Prozent der Verbrauchsreduktion gehen auf das Konto des SmILE-Motors.

2. Das Gewicht: Durch konsequente Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung kann der Spritverbrauch weiter gesenkt werden, bei gleichem Komfort und vor allem gleicher Sicherheit.

3. Die Aerodynamik: durch Verringerung des Luftwiderstandes wird ein noch geringerer Verbrauch vor allem bei höheren Geschwindigkeiten erzielt

Funktioniert SmILE nur bei Kleinwagen?

Keineswegs. SmILE ist eine Technik für alle Serienautos, vom Kleinwagen bis zur Limousine. Ob Mercedes E-Klasse, VW Passat oder BMW 5er - mit SmILE-Technik würden diese Wagen rund die Hälfte weniger Sprit verbrauchen.

Gibt es schon ein Beispiel für ein SmILE-Auto?

Ja. Greenpeace hat die SmILE-Technik auf ein bekanntes Serienauto - den Renault Twingo - angewendet. Der Motor des Original-Twingo wurde durch einen effizienten, hochaufgeladenen Motor unter Beibehaltung der Leistung (40 kW/55 PS) ersetzt, das Gewicht wurde um rund 200 Kilogramm reduziert und die Aerodynamik wurde verbessert. Ergebnis: Statt 6,7 Liter verbraucht der Twingo SmILE nur noch 3,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer und hat mit 170 Kilometer pro Stunde sogar eine höhere Spitzengeschwindigkeit als das Original.

Haben SmILE-Autos gegenüber heutigen Fahrzeugen irgendwelche Nachteile?

Nein. Ein SmILE-Auto ist ein Serienauto mit gleicher Leistung, gleichem Komfort und gleicher Sicherheit wie andere Serienautos und in der Herstellung keinen Pfennig teurer.

Wo kann man ein SmILE-Auto kaufen?

Bisher leider noch nirgendwo, denn die Autohersteller weigern sich immer noch, diese Technik schnell umzusetzen.

Warum baut die Autoindustrie keine SmILE-Autos?

Weil sie mit der jetzigen Situation zufrieden sein kann. Nichts zwang bisher die Autohersteller dazu, wirklich sparsame Autos zu bauen - weder die Geschäftslage noch die Politik noch die Spritpreise. Das hat sich nun geändert.

Geschäftslage: Die Geschäfte der deutschen Autohersteller laufen seit Jahren gut. Solange der Absatz - mit einigen Höhen und Tiefen - gut blieb, gab es keinen Grund für die Industrie, in den Umbau aller Modelle für weniger Spritverbrauch zu investieren.

Die Hersteller gaben sich damit zufrieden, jeweils ein Modell anzubieten, das etwas weniger verbraucht und als Alibi-Auto vorgezeigt werden kann. Im Allgemeinen waren diese Modelle, wie etwa der so genannte 3-Liter-Lupo, dann aber so teuer, dass sie ohnehin keinen Absatz fanden und wurden konsequenterweise (Lupo) in diesem Jahr auch eingestellt.

Politik: In punkto Verbrauch wird die Industrie von der Bundesregierung in keiner Weise unter Druck gesetzt. Gäbe es in Deutschland eine Obergrenze für CO2-Emissionen/Verbrauch, würden die Hersteller sehr schnell sparsamere Autos bauen.

Spritpreise: Benzin war bisher so billig, dass die Verbraucher auch ein Auto mit 8 bis 10 Litern Verbrauch kauften. Erst jetzt, wo die Spritpreise spürbar steigen, nimmt auch der Verbraucherdruck auf die Autoindustrie zu.

Gibt es nicht schon 3-Liter-Autos und andere sparsame Modelle?

VW hatte eine Variante des Lupo auf den Markt gebracht, den so genannten 3-Liter-Lupo, der in der Praxis rund 4 Liter verbraucht. Der Lupo war eine gute Ingenieursleistung, aber keine Alternative für die Masse der Fahrzeuge. Das Auto war über fünftausend Euro teurer als der Standard-Lupo, VW selbst rechnete von Anfang an mit einem sehr begrenzten Absatz. Er verbrauchte Diesel, der krebserregende Partikel erzeugt. Auch sonstige Modelle anderer Hersteller (Smart von Daimler) verbrauchen viel zu viel und sind in keiner Weise eine Alternative.

Ist es nicht besser, Autos mit Wasserstoff-Antrieb zu bauen?

Nein. Die Technik der Brennstoffzelle klingt verführerisch, ist aber bei genauerem Hinsehen keine sofort einsetzbare Alternative. Die Autoindustrie selbst sagt, dass Wasserstoffautos frühestens in 15 bis 20 Jahren einen spürbaren Anteil an der Fahrzeugflotte haben könnten. Ein großes Problem ist die Herstellung von Wasserstoff: Selbst wenn er mit regenerativer Energie erzeugt wird, ist der Energieverbrauch extrem hoch und damit auch teuer.

Wasserstoff aus Methanol, wie er zum Beispiel in den heutigen Brennstoff-Prototypen von Daimler verwendet wird, führt zu ähnlich hohen CO2-Emissionen wie bei Benzinautos. Die Autoindustrie hat sich inzwischen eher still und leise von ihren früheren Ankündigungen verabschiedet, das Thema ist ihr eher peinlich.

V.i.S.d.P. Wolfgang Lohbeck

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