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Im Sommer 2001 hatte die US-Regierung sich dem Druck der US-Großindustrie gebeugt, das Kyoto-Protokoll nicht zu ratifizieren. Damit haben die USA sich ihrer eigenen Verantwortung für die Klimaerwärmung entzogen. Seither ist notwendig, dass Russland seiner Zusage nachkommt und ratifiziert. Denn sonst kann das Kyoto-Protokoll nicht in Kraft treten.

Für ein Inkrafttreten müssen mindestens 55 der Vertragsstaaten, die zugleich für mindestens 55 Prozent der weltweiten CO²-Emissionen der Industrieländer verantwortlich sind, das Protokoll ratifizieren. Letzter Stand: 119 Länder mit insgesamt 44 Prozent der Emissionen sind beisammen. Die USA haben einen Anteil von 36,1 Prozent des CO²-Austoßes, Russland ist für 17,4 Prozent verantwortlich.

Da die USA das Abkommen nicht umsetzen wollen, liegt es jetzt an Russland, das Weltklima zu retten, mahnt Jurrien Westerhof, Klimaexperte bei Greenpeace Österreich.

Der Klimawandel ist bereits jetzt weltweit spürbar, auch in Russland. Zwei Drittel des Landes werden dort von dem so genannten Permafrost-Boden bedeckt. Seit einiger Zeit beginnt durch die Erderwärmung der bis dahin immer gefrorene Boden aufzutauen. Das bringt das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems durcheinander.

Durch die Schmelze ist auch der Mensch in Gefahr: Häuser und Infrastruktur können beschädigt werden, ebenso die ohnehin maroden russischen Pipelines. Infektionskrankheiten wie das West-Nil-Virus, Dengue-Fieber und Malaria werden sich auch in Russland besser ausbreiten können.

Zwar hatte der russische Premierminister im Sommer 2002 auf dem Weltgipfel in Johannesburg angekündigt, Russland werde bald ratifizieren. Letzte Woche jedoch trafen sich Putin und US-Präsident George Bush zu einem Gipfelgespräch. Nur einen Tag später, bei der Eröffnung der Klimakonferenz in Moskau, kündigte Putin an, nationale Interessen Russlands vor das Kyoto-Protokoll stellen zu wollen.

Zudem traf Putin kürzlich Lee Raymond, den Generaldirektor von Exxon Mobil (Esso). Der Ölriese Esso war bereits mitverantwortlich dafür, dass die USA das Kyoto-Protokoll nicht ratifizierten. Nun scheint es, dass Esso auch Russland beeinflussen will: Esso plant, sich an der größten russischen Ölgesellschaft, Yukos Sibneft, zu beteiligen.

Die Chancen, dass das Kyoto-Protokoll endlich in Kraft treten kann, stehen also denkbar schlecht. Die weltweiten jahrelangen Bemühungen wären alle umsonst gewesen, warnt Westerhof.

Umso größer das Geschenk, das Putin dem Klima mit seiner Unterschrift machen könnte. Greenpeace fordert Putin auf, das Geburtstagsgeschenk anzunehmen und mit dem Stift das Protokoll zu ratifizieren.

Petition

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner. Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Klage mit Ihrer Unterschrift!

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