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Greenpeace begrüßte das In-Kraft-Setzen durch Kanada und Neuseeland, warnte aber davor, die Pläne nicht zu nachsichtig für die Industrie umzusetzen. Die letzten fünf Jahre hat Kanada versucht, das Kyoto-Protokoll abzuschwächen. Nun hat es begriffen, dass die Ratifizierung auch Vorteile bringt, erläuterte Karsten Smid, Greenpeace-Klimaexperte. Australische und US-amerikanische Unternehmen werden von den Chancen, die der Beitritt zum Protokoll bietet, ausgeschlossen sein.

Das Kyoto-Protokoll ist dann gültig, wenn es mindestens 55 der Länder unterzeichnen, die im Basisjahr 1990 zusammen 55 Prozent der klimaschädlichen Gase ausgestoßen haben. Mit Neuseeland und Kanada haben bislang 99 Länder den Vertrag ratifiziert. Gemeinsam sind sie für den Ausstoß von 40,9 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Wenn Russland den Vertrag in Kraft setzt, werden die vereinbarten 55 Prozent erreicht. Die russische Regierung will den Vertrag voraussichtlich 2003 ratifizieren.

Die ersten Anzeichen der Klimaänderung sind in Europa bereits zu spüren. Hochwasser, Stürme und die Gletscherschmelze belasten die Volkswirtschaften heute schon mit Milliardenbeträgen. Nach Meinung von Greenpeace kann dieser Trend nur gemildert werden, wenn in den kommenden Jahren weitere drastische Verringerungen des Ausstoßes von Treibhausgasen beschlossen und umgesetzt werden. Dazu müsse Deutschland seine Treibhausgase um mindestens 40 Prozent verringern, die Europäische Union um mindestens 30 Prozent.

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