Skip to main content
Jetzt spenden
Beluga II mit Anti-Kohle-Banner auf dem Rhein in Bonn
Bernd Lauter / Greenpeace

Vor Merkel-Rede bei UN-Klimakonferenz: Greenpeace-Aktivisten protestieren auf Kohleschiff

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Heute hält Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der UN-Klimakonferenz in Bonn eine Rede – den klimapolitischen Gesprächsstoff lieferten allerdings zuvor Greenpeace-Aktivisten auf dem Rhein. Auf der Ladefläche des Schiffs „Aquality“, das deutsche Kraftwerke mit mehreren Tausend Tonnen importierter Steinkohle beliefert, breiteten die Aktivisten ein 20 mal sieben Meter großes Banner aus. Die Aufschrift war vom Ufer aus lesbar: „Merkel’s Dirty Secret: Coal“ („Merkels schmutziges Geheimnis: Kohle“).

Die Forderung der 14 Aktivisten auf dem Fluss ist klar: Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will, geht das nur mit dem Ausstieg aus der Kohleenergie. Heute Morgen veröffentlichte Greenpeace eine Kurzanalyse des Beratungsinstituts Energy Brainpool, die zu dem Schluss kommt: Das kurzfristige Klimaziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 40 Prozent weniger CO2 auszustoßen als 1990, ist sogar noch zu schaffen. Überflüssige Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 17 Gigawatt können innerhalb der kommenden drei Jahre vom Netz genommen werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Der Weg ist klar, der Wille fehlt

Mittelfristig müssen sämtliche Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, um dem Pariser Klimaschutzabkommen gerecht zu werden und die Erderhitzung unter den kritischen 1,5 Grad Celsius zu halten. So viel darf die globale Durchschnittstemperatur das vorindustrielle Niveau maximal übersteigen, ansonsten drohen Überschwemmungen, Dürren und Hungersnöte.

Trotz der eindeutigen Datenlage ist der Kohleausstieg ein zentraler Streitpunkt der laufenden Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen. Zwar stehen grundsätzlich alle Parteien in einer möglichen Jamaika-Koalition zu den Klimazielen; uneins sind sie jedoch, wie diese Ziele zu erreichen sind. Und um sie bis 2020 umzusetzen, sind selbst die Vorschläge der Grünen zu schwach

Braunkohleweltmeister Deutschland

Währenddessen verfeuert Deutschland weiterhin die besonders schmutzige Braunkohle wie kein anderes Land der Welt. „Deutschlands steigender CO2-Ausstoß lässt Frau Merkels Klimaschutzversprechen zu heißer Luft verkommen“, sagt Karsten Smid, Greenpeace-Experte für Klima. „Statt weiterer Beteuerungen muss die Kanzlerin einen konkreten Fahrplan mit nach Bonn bringen, wie Deutschland aus der Kohle aussteigt.“

Ebenfalls heute auf dem Rhein unterwegs war das Greenpeace-Aktionsschiff Beluga II. Mit an Bord ein Banner mit der Devise „Handeln statt Heucheln“ – illustriert mit einem Bild der Kanzlerin, die 2007 in Grönland die Eisschmelze persönlich in Augenschein nahm. Aber naturverbundene Fotos reichen nicht; Lippenbekenntnisse, wie im Wahlkampf zum 40-Prozent-Ziel, hat man mittlerweile von ihr zur Genüge gehört. Jetzt muss die vermeintliche Klimakanzlerin ihre Worte in die Tat umsetzen.

  • Anti-Kohle-Banner auf Kohleschiff

    Schmutziges Geheimnis unterm Banner

    Überspringe die Bildergalerie
  • Kohleschiff mit Anti-Kohle-Banner auf dem Rhein

    Klimaschutz braucht Kohleausstieg

    Überspringe die Bildergalerie
  • Banner zwischen den Masten der Beluga II: "Handeln statt heucheln!"

    "Handeln statt heucheln!"

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Petition

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner. Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Klage mit Ihrer Unterschrift!

Unterstützen Sie die Klage gegen VW

0% vom Ziel erreicht

0 haben mitgemacht

0%

Mehr zum Thema

Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland

Koalitionsbeschluss: Interview mit Martin Kaiser

  • 29.03.2023

Gestern verkündete die Ampel die Ergebnisse ihres Koalitionsausschusses. Mit verheerenden Beschlüssen zum Klimaschutz. Greenpeace-Chef Martin Kaiser im Interview.

mehr erfahren
Windräder vor Sonnenuntergang

Was ist der Treibhauseffekt?

  • 27.03.2023

Licht ist die Quelle allen Seins auf unserem Planeten. Dass es auf der Erde ein Klima gibt, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen leben können, hängt mit unserer Erdatmosphäre zusammen.

mehr erfahren
Drought in Northern Italy

IPCC - Sachstandsbericht 6

  • 20.03.2023

Der neue Klimabericht der UN, der sogenannte IPCC-Bericht, liegt vor. Und wieder warnen die Wissenschaftler deutlicher als je zuvor vor den Folgen der Klimakrise.

mehr erfahren
Podium der 21. Klimaschutzkonferenz in Paris 2015

Klimakonferenz

  • 20.03.2023

Schon in den siebziger Jahren erkannten Forscher: Der Klimawandel wird eine ernste, weltweite Bedrohung für Mensch und Natur. Daher wurde 1979 die erste Klimakonferenz in Genf einberufen.

mehr erfahren
Rhein bei Duisburg Bruckhausen, Thyssenkrupp Steel Stahlwerk, Hochöfen, Sinteranlage, Kokerei Schwelgern, Ablöschwolke, Frachtschiffe

Unvermeidbare Restemissionen

  • 13.03.2023

Sogenannte “unvermeidbare Restemissionen” sollen in CO2-Speichern unter dem Meer verpresst werden. Doch wie viele sind wirklich unvermeidbar? Gibt es Alternativen? Fakten zur aktuellen CCS-Debatte.

mehr erfahren
Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Eisschwund in Arktis und Antarktis

  • 10.02.2023

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der Tiefstand 2022: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren