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Außerhalb der Konferenzräume demonstrierten am Montag rund 5.000 Menschen in den Straßen von Delhi. Die Demonstranten erinnern die Delegierten daran, dass alle Menschen das Recht haben, in einer Welt zu leben, die frei von der Bedrohung durch den gefährlichen Klimawandel ist. Viele der Demonstranten stammen aus Regionen, die schon heute vom Klimawandel bedroht sind. Sie haben sich darum im Forum für Klimagerechtigkeit organisiert.

Nach dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, wo jeder über die Notwendigkeit redete, etwas gegen den Klimawandel zu tun, gibt es hier die Erwartung, daß die Hauptprobleme angepackt werden, erklärt Smid. Die Hauptschwierigkeit für viele Entwicklungsländer aber ist ihre Armut, weswegen sie mehr Unterstützung fordern. Über Anträge von Indien und aus Kanada wird heftiger diskutiert als über die Umsetzung der im Kyoto-Protokoll festgelegten Klimaschutz-Mechanismen. Hier ist keine Entwicklung zu beobachten, Smid weiter.

Währenddessen werden Diskussionen über zukünftige Maßnahmen und Reduktionsverpflichtungen über den im Kyoto-Protokoll festgelegten Zeitpunkt 2012 hinaus vor allem durch die G-77 Staaten blockiert. Ein positives Zeichen für weitere Verhandlungen wäre die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls durch Russland, die für Anfang kommenden Jahres angekündigt wurde. Unklar ist jedoch, ob dieser Termin eingehalten wird, denn das russische Mitglied im IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), Yuri Izrael, äußerte sich auf der Konferenz sehr widersprüchlich und lässt damit Raum für Spekulationen.

Zudem ließ der vor kurzem neu ernannte Vorsitzende des IPCC, Dr. Rajendra Pachauri, auf der Konferenz seine industriefreundliche Haltung in Fragen der Klimapolitik durchblicken. Er kündigte an, dass das IPCC seine Schwerpunkte nur noch auf Forschung und systematische Beobachtung legen werde. Dazu merkte er an, dass die wissenschaftliche Arbeit getan sei und nun mehr Augenmerk auf sozio-ökonomische Aspekte und Publikationen aus der Wirtschaft gelegt werden sollte. Pachauri schwenkt damit auf eine Bush-freundliche Position ein.

Wir wissen, dass das Kyoto-Protokoll nicht genug ist, um uns vor dem Kimawandel und seinen Folgen wie Dürren, Überschwemmungen oder Flutkatastrophen zu schützen, sagt Smid. Dieses Treffen muß deshalb den Schritt von den Verhandlungen zur Umsetzung gehen. Und wir müssen beginnen, darüber zu reden, wie weitere massive Treibhausgas-Reduzierungen nach 2012, also nach der ersten Verhandlungsperiode, in die Tat umgesetzt werden können.

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