Skip to main content
Jetzt spenden
Eisskulptur "Last Exit" vorm Brandenburger Tor
© Chris Grodotzki / Greenpeace

Greenpeace-Demonstration beim Petersberger Klimadialog in Berlin

Der Petersberger Klimadialog ist eigentlich eine gute und notwendige Sache: Jahr für Jahr treffen sich auf Anregung der Bundesregierung Umweltminister aus der ganzen Welt, um die jeweils anstehende UN-Klimakonferenz vorzubereiten – früher in Bonn, mittlerweile in Berlin. Wenn die Veranstaltung bloß in der Regel nicht so ärgerlich verlaufen würde.

Denn ebenso regelmäßig räumt Bundeskanzlerin Angela Merkel an Ort und Stelle dem Klimaschutz einen überragenden Stellenwert ein und mahnt zum Handeln – in der Politik ihres Kabinetts findet sich so viel Dringlichkeit allerdings nicht wieder. In den zehn Jahren, die der Klimadialog nun bereits stattfindet, sind die Treibhausgasemissionen Deutschlands nicht nennenswert gesunken. Was stimmt hier nicht?

Letzte Ausfahrt für den Klimaschutz

Das fragen auch die Greenpeace-Aktivisten, die heute am Pariser Platz in der Nähe des Tagungsortes protestieren. Mit einer Eisskulptur, die in großen Lettern „Last Exit“ abbildet, weisen die Umweltschützer auf die Untätigkeit der Bundesregierung in Sachen Klimaschutz hin – wir befinden uns im übertragenen Sinn an der „letzten Ausfahrt“ um nicht geradewegs und sehenden Auges in die Katastrophe zu steuern.

Zehn Jahre bleiben uns noch, sagen Wissenschaftler. Wenn die Menschheit es bis dahin nicht schafft, den weltweiten Kohlenstoffdioxidausstoß zu begrenzen und die Erderhitzung unter den kritischen 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu stabilisieren, wird die Welt sich dramatisch verändern. Ganze Landstriche würden durch Überschwemmungen oder anhaltende Dürren unbewohnbar. Die Lebensgrundlagen des gesamten Planeten wären davon betroffen.

Verlorenes Vertrauen wiederherstellen

„Erfolgreiche Klimapolitik wird an der Menge an eingesparten Emissionen gemessen, nicht an der Anzahl an Klimadialogen und Gesprächskreisen, zu denen die Kanzlerin einlädt“, sagt Lisa Göldner, Greenpeace-Expertin für Klima. Damit die Bundesregierung international wieder glaubwürdig wird, muss sie gewährleisten, dass Deutschland seine Klimaziele künftig sicher erreicht. Dazu ist es nötig, noch vor der Sommerpause ein Klimaschutzgesetz in Form eines Rahmengesetzes anzustoßen. Hört man der Kanzlerin zu, scheint die Einsicht vorhanden zu sein.

Auch heute bekräftigte sie in Berlin, dass Deutschland seinen Beitrag zum Erreichen des Pariser Klimaabkommens leisten werde. Sie ging auf die Initiative des französischen Präsidenten Macron und weiterer EU-Mitgliedsstaaten ein, die EU bis 2050 treibhausgasneutral zu machen und stellte eine Beteiligung Deutschlands in Aussicht. „Diese Aufgabe lässt keinen Platz für Scheinlösungen wie CO2-Verpressung im Boden oder strombasierte Kraftstoffe“, sagt Göldner. „Sie lässt sich nur erreichen, wenn Deutschland seinen Verbrauch klimaschädlicher fossiler Energien schnell und deutlich reduziert. Merkel setze hier ein notwendiges Signal: „Am Ende müssen den Worten aber endlich Taten folgen.“

  • Aktivisten mit Banner und Eisskulptur vorm Brandeburger Tor

    Bevor es zu spät ist

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Greenpeace-Aktive demonstrieren während der Koalitionsverhandlungen vor dem Bundestag auf der Berliner Reichstagswiese

Koalitions-Check

  • 25.11.2021

Die 177 Seiten des Koalitionsvertrags sind das Logbuch der kommenden Regierung. Greenpeace-Expert:innen haben den Text analysiert.

mehr erfahren
Eiffel Tower Human Aerial Art in Paris

Pariser Abkommen

  • 17.11.2021

197 Staaten dieser Erde haben sich verpflichtet, den Klimawandel auf 1,5 Grad zu begrenzen. So steht es im Pariser Abkommen. Damit hat die Welt nun endlich einen verbindlichen Klimaschutzvertrag.

mehr erfahren
Protest vor Hamburger Landesvertretung in Berlin

Weniger Steuern fürs Klima

  • 15.11.2021

Die neue Bundesregierung soll die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse absenken. Gesunde und klimafreundliche Lebensmittel müssen für alle bezahlbar sein

mehr erfahren
Klimaaktivist:innen vor dem Glasgower Rathaus

Letzte Chance für 1,5 Grad

  • 13.11.2021

Ab heute treffen sich Delegierte aus rund 200 Ländern zur 26. Weltklimakonferenz. Ist die Staatengemeinschaft bereit, alles dafür zu tun, die Erderhitzung bei 1,5°C zu stoppen?

mehr erfahren
Toter Fisch gefangen in einem Fischereinetz

Echter Naturschutz, bitte!

  • 04.11.2021

Greenpeace zeigt in einem juristischen Gutachten, was die neue Bundesregierung für echten Naturschutz ändern muss.

mehr erfahren

Die halbe Wahrheit

  • 13.10.2021

Eine Greenpeace-Studie zeigt: Fleisch- und Milchprodukte belasten das Klima stärker als offiziell angegeben. Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn die Tierhaltung halbiert wird.

mehr erfahren