Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Das Kyoto-Protokoll, das die Reduktion des klimaerwärmenden Treibhausgase (CO2) zum Ziel hat, kann erst mit der Unterschrift Russlands in Kraft treten. Russlands zögernde Haltung gegenüber dem Kyoto-Protokoll ist ein großes Risiko für die Welt, sagt Klimaexperte Steven Guilbeault von Greenpeace in Amsterdam. Es gibt wachsende Anzeichen für einen Klimawandel und dessen verheerende Auswirkungen auf unseren Planeten.

Trotzdem erklärte Putin bereits vor der Welt-Klimawandelkonferenz, dass er das Kyoto-Protokoll nicht aus rein ökologischen Motiven unterzeichnen werde. Vielmehr werde er Russlands Beitritt von politischen und ökonomischen Kriterien abhängig machen.

Unter Experten löste das russische Statement Verwirrung aus, da das Abkommen der ehemaligen Sowjetrepublik viele finanzielle Vorteile bringen kann. Der Vertrag erlaubt den An- und Verkauf von CO2-Emissionsquoten. Und Experten gehen davon aus, dass Russland viele Emissionsquoten verkaufen kann. Denn ein Land darf so viel Kohlenstoffdioxid in die Luft austreten lassen, wie es im Jahr 1990 üblich war.

Seit den 90er Jahren mußten in Russland zahlreiche veraltete Industrien - wahre CO2-Schleudern - schließen. Damit schöpft Russland nicht die Emissionsgrenzwerte von 1990 aus. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen wird Russland sogar noch im Jahr 2010 zwischen 11 und 25 Prozent weniger CO2 ausstoßen als im Jahr 1990.

Eine hochrangige Quelle aus dem Kreml erklärte, dass Russland das Emissions-Abkommen nur ratifizieren werde, wenn es feste Garantien für den Verkauf von Emissionsquoten erhalte. Russland kann mit dem Handel von Emissionszertifikaten viel Geld verdienen. Wenn jedoch viele Zertifikate auf dem Markt sind, dann sinkt auch der Preis. Davor fürchtet sich Russland vermutlich, erklärt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace in Deutschland.

Zudem will Russland Investitionen im Energiesektor zugesichert bekommen. Eine Klausel des Kyoto-Protokolls ermöglicht Industriestaaten, ihre eigenen C02-Emissionen nicht einhalten zu müssen, wenn sie statt dessen saubere Investitionen im Ausland tätigen. Moskau fordert vor allem juristische und finanzielle Mechanismen für den Verkauf von Quoten, erklären russische Offizielle. Mit diesen Forderungen Russlands verzögert sich der Ratifikationsprozess des Protokolls weiter.

Greenpeace fordert eine schnelle Ratifikation des Emissionsabkommens. Alles ist für die russische Ratifikation vorbereitet. Putin hat nicht nur eine politische, ökonomische und ökologische Verantwortung gegenüber Russland, sondern auch gegenüber der Welt, sagt Guilbeault abschließend.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/protestmail-gaskosten-falle

Raus aus der Gaskosten-Falle

Schluss mit der Gasabhängigkeit! Ein abgeschwächtes Heizungsgesetz ruiniert unsere Klimaziele und treibt Verbraucher:innen in eine Kostenfalle. Das müssen wir verhindern! Appellieren Sie jetzt an Ihre Abgeordneten von CDU/CSU und SPD, damit sie eine sozial-gerechte Wärmewende verteidigen!

Protestmail senden
Protest at DWS Building in Frankfurt

Mehr zum Thema

Protest on Crane Calling for Energy Independence at Chancellery in Berlin

Klimaschutz geht anders

Am 25. März entschied das Kabinett über das Klimaschutzprogramm, das dem - schwachen - Klimaschutzgesetz einen Hauch von Leben geben soll. Für echten Klimaschutz müsste mehr getan werden.

mehr erfahren über Klimaschutz geht anders
Vor dem Bundesverfassungsgericht präsentieren mehrere Kläger:innen Klimaschutz-Banner und die Zahl der Zukunftskläger:innen: 54.000

Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage

Greenpeace und Germanwatch haben gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen Klima-Verfassungsbeschwerden eingereicht. Die Bundesregierung ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und lehnt die Klimaklagen ab.

mehr erfahren über Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage
Gletscherschmelze: der Gurgler 1932 - 2025

Gletscherschmelze: Berge ohne Eis

Erschreckend: Ausgerechnet zum Welttag der Gletscher am 21. März verliert Deutschland nach 60 Jahren sein einziges Gletscher-Skigebiet. Eine Folge der Erderhitzung.

mehr erfahren über Gletscherschmelze: Berge ohne Eis
Klimaland Bavaria 2040 - Keep the word- Protest Munich

Bayern schafft den Klimabericht ab

Rückschlag! Der jährliche Klimabericht belegt das Scheitern der Regierung Söder in der Klimapolitik. Deswegen schafft ihn die CSU jetzt ab.

mehr erfahren über Bayern schafft den Klimabericht ab
Korallen im Seringapatam-Riff, Australien

Die Erwärmung der Meere

Die Ozeane haben bislang etwa 80 Prozent der Wärme aufgenommen, die wir dem Klimasystem zugeführt haben. Die Erwärmung reicht bis in eine Tiefe von 3.000 Metern. Das bringt die Meere aus dem Takt.

mehr erfahren über Die Erwärmung der Meere
Portrait of Sarah Zitterbarth

„Für Europa kann das ein Katalysator sein“

Per Dekret ordnet US-Präsident Donald Trump den Austritt der USA aus einer Reihe internationaler Abkommen an. Was bedeutet das für Klimaschutz weltweit? Ein Interview mit Greenpeace Klimaexpertin Sarah Zitterbarth.

mehr erfahren über „Für Europa kann das ein Katalysator sein“