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Überschwemmung in Australien nach starken Regenfällen im März 2011
Dean Sewell / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Online-Redaktion: Australien hat doch schon immer unter Wetterextremen gelitten. Warum ist es jetzt so schlimm?

Karsten Smid: Die Medien berichten in der Tat von Dauerregen mit 'biblischen Ausmaßen'. Schuld daran ist das Wetterphänomen La Niña (spanisch für das Mädchen), das das Wetter rund um den Pazifik gehörig durcheinanderwirbelt und so Extremwetterlagen hervorruft.

Überdurchschnittlich hohe Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien führen zu starken Winden und warmem Oberflächenwasser im Pazifik. Während im australischen Queensland intensive und lang andauernde Regenfälle zu verheerenden Überschwemmungen führen, leiden weite Teile Argentiniens unter einer Rekordhitzewelle.

Online-Redaktion: Sind das nur die Anfänge? Kann dieses La Nina-Phänomen zu noch schlimmeren Katastrophen führen?

Karsten Smid: Ja, einige Wissenschaftler sagen, dass sich diese Klima-Anomalie in Folge der Erderwärmung stärker aufschaukeln könnte. Aber bewiesen ist das noch nicht. Wir wissen einfach noch zu wenig über das El Nino/La Nina-System und seine Phasen erhöhter Aktivität. Diese Wetteranomalien waren auch früher schon extrem gefährlich.

Online-Redaktion: Aber ist das wirklich alles nur Zufall oder doch angeheizt durch die Abgase der Industrie?

Karsten Smid: Eins ist klar: Aufgrund der Klimaerwärmung nehmen extreme Wetterereignisse dramatisch zu. Dies liegt vor allem daran, dass in Folge von wärmeren Meeren und einer höheren Temperatur der Atmosphäre der Verdunstungskreislauf stark zunimmt. Mehr Wasser verdunstet über den Weltmeeren und die vollgepumpten Wolken regnen dann über Land ab. Die Folge sind sintflutartige Regenfälle.

Online-Redaktion: Was bedeuten die Ernteausfälle? Machen sie sich bei der Versorgung der Bevölkerung bemerkbar. Und was ist mit den betroffenen Bergbaugebieten?

Karsten Smid: Die Hälfte der australischen Weizenernte ist betroffen. Damit wird mit einem Anstieg der Weizenpreise auf dem Weltmarkt zu rechnen sein. Schlimm ist das vor allem für die armen Länder - nicht für Australien.

Außerdem waren einige Kohlegruben sowie Australiens wichtigster Exporthafen für Kokskohle vorübergehend geschlossen. Zudem sind wichtige Eisenbahnlinien für den Kohletransport beschädigt. Australien gehört auch zu den wichtigsten Exporteuren von Kokskohle, ein Rohstoff für die Stahlindustrie. Die globalisierten Märkte reagieren mit höheren Preisen für den Rohstoff.

Online-Redaktion: Was kann Australien machen, um sich zu schützen?

Karsten Smid: Gegen solche Extremereignisse gibt es keinen richtigen Schutz. Wichtig sind allerdings schnelle und präzise Vorwarnungen, so dass sich die Menschen darauf einstellen können, was auf sie zukommt. Die Australier werden das Überleben. Meine Sorge gilt eher den Pakistanern. Dort hatten wir in Folge des Wetterphänomens La Nina im August eine Jahrhundertüberschwemmung, deren Folgen immer noch spürbar sind. Diese Flutkatastrophe ist aber aus der Medienberichterstattung fast vollständig verschwunden. Eine vergessene Katastrophe.

  • Flut in Australien nach Unwetter La Nina im März 2011

    Queensland nach dem Unwetter

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  • Australien

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