Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Deutschland hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen zwischen 2008 und 2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Das geplante Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) ist ein wichtiges Instrument, um dieses Ziel zu erreichen,

Umso bedauerlicher findet Jörg Feddern, Energieexperte von Greenpeace, dass Klimaschutz und Effizienzsteigerung im rot-grünen Gesetzentwurf nicht auftauchen. Das Gesetz muss die Richtung vorgeben - weg von klimaschädlicher Kohle hin zu umweltfreundlicher Energieerzeugung, so Feddern.

Die Beurteilung des Gesetzes, die Greenpeace am Dienstag vorgelegt hat, enthält auch Vorschläge zur Verbesserung. Im Wesentlichen zielen sie auf die Förderung von Kraftwerken mit hohem Wirkungsgrad, auf die wirksame Regulierung der Stromnetze und eine verbraucherfreundliche Kennzeichnungspflicht für Strom.

Klimaschutz muss im Gesetz verankert werden

Das neue Gesetz sieht zwar eine Kennzeichnungspflicht für Strom vor. In Zukunft können Kunden nachvollziehen, auf welche Weise ihr Strom erzeugt wird. Doch geht diese Kennzeichnung nicht weit genug. Es ist notwendig, dass alle Anbieter ihren Strommix nach einheitlichen Vorgaben bis ins Detail aufschlüsseln müssen. Der Verbraucher muss klar zwischen sauberem und umweltschädlichen Strom wählen können, fordert Feddern.

In den kommenden Jahren müssen rund 40 Prozent der alten Kraftwerke durch neue ersetzt werden. Eine ideale Situation, um gleichzeitig in den Klimaschutz zu investieren. Bisher behandelt das Energiegesetz die Erneuerbaren Energien vorrangig. Würden daneben auch umweltschonende Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung bevorzugt, so könnten klimaschädliche Braunkohlekraftwerke verhindert werden.

Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 hat es die Bundesregierung versäumt, die Netzgebühren für die Durchleitung von Strom unter staatliche Kontrolle zu stellen. Wenige Monopolisten haben durch den Netzbesitz die Festlegung der Strompreise in der Hand, was auch die aktuelle Preiserhöhung zeigt. Greenpeace fordert zur Kontrolle eine starke und unabhängige Regulierungsbehörde.

Manche Energiekonzerne verdienen sich mit den Durchleitungsgebühren eine goldene Nase, erklärt Feddern. So bezahlt ein fremder Anbieter zum Beispiel allein für die Netznutzung in Sachsen-Anhalt bei dem dortigen Unternehmen 11 Cent pro Kilowattstunde, in Würzburg hingegen nur 6,9 Cent für die Kilowattstunde. Feddern weiter: Wer das Netz hat, hat die Macht - die Macht Preise zu diktieren und die Verbraucher abzuzocken. (kab)

Mehr zum Thema

Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Arktis bald ohne Eis?

  • 26.09.2022

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der diesjährige Tiefstand: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren
Aktion zu Taxononomie vor der Europäische Kommission in Brussels

EU-Taxonomie-Klage

  • 19.09.2022

Gas und Atomkraft sind nicht nachhaltig. Deswegen klagt Greenpeace jetzt gegen die EU-Taxonomie, die Investitionen in Gas- und Atomenergie als „grün“ labelt. Denn das verstößt gegen EU-Recht.

mehr erfahren
Die KlimaSeniorinnen bei einer Protestaktion vor einem Gletscher

Berge ohne Eis: Die Gletscher schmelzen

  • 09.09.2022

Weltweit nimmt die Geschwindigkeit der Gletscherschmelze zu. In der Schweiz protestierten jetzt die Klimaseniorinnen mit einem überdimensionalen Pflaster gegen diese Folge der Klimakrise.

mehr erfahren
In der Sächsischen Schweiz löschen Einsatzkräfte den Waldbrand

Sächsische Schweiz: Erst die Flut, nun die Brände

  • 12.08.2022

Was die Menschen rund um den Nationalpark Sächsische Schweiz binnen eines Jahres erleben müssen, lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Klimakrise. Ein Greenpeace Lagebericht.

mehr erfahren
Drought in Northern Italy

Mitten in der Klimakrise

  • 03.08.2022

Dürre, Hitze und Brände: Die Klimakrise ist längst in der Mitte Europas angekommen und hinterlässt ihre Spuren. Greenpeace-Aktivist:innen bereisten in der letzten Juliwoche Norditalien und Österreich.

mehr erfahren
Martin Kaiser, Executive Director of Greenpeace Germany

Martin Kaiser zur Reise mit Annalena Baerbock

  • 13.07.2022

Greenpeace-Deutschland-Geschäftsführer Martin Kaiser begleitete mit Vertreter:innen weiterer Nichtregierungsorganisationen Außenministerin Annalena Baerbock nach Asien. Ein Interview und Resümee.

mehr erfahren