Skip to main content
Jetzt spenden
Kieron Bryan in St.Petersburg, Dezember 2013
Dmitri Sharomov / Greenpeace

Kieron Bryan: "Ich liebe meine Arbeit"

Kieron ist ein hervorragender Filmemacher und Kameramann aus Südwest-England. Seine bisherige Karriere ist beeindruckend: Der 29-Jährige arbeitete für die britischen Zeitungen "The Times" und den "Mirror" sowie für den Sender "Current TV". Seine Arbeit über amerikanische Politik brachte Kieron im Jahr 2012 eine Nominierung für den Online Media Award in der Kategorie "Best Video Journalism" ein.

Zum zweiten Mal auf der Arctic Sunrise

Im Januar verließ er die Times, um als freiberuflicher Filmemacher zu arbeiten. Kurz darauf bekam er einen befristeten Vertrag bei Greenpeace, um die Kampagne "Schützt die Arktis!" zu dokumentieren. Im Rahmen seines ersten Auftrags reiste er auf der Arctic Sunrise um die Westküste Norwegens. Sein zweiter Auftrag führte ihn in die Petschorasee, zur Ölplattform Prirazlomnaya - und in die Hände der russischen Behörden.

Kierons Eltern beschreiben ihren talentierten Sohn als freundlich und fürsorglich. Umweltprobleme seien schon immer eine seiner Herzensangelegenheiten gewesen. Während der Anhörung in St.Petersburg, bei der seine Freilassung auf Kaution beschlossen wurde, betonte Kieron, er habe nur seinen Job gemacht. "Das kann ich nicht bereuen, ich liebe meine Arbeit!"

"Nie mehr Sudoku"

Kierons Familie hat sich sehr über seine Freilassung gefreut. "Wir haben jeden Tag und jede Minute an ihn gedacht und wir können es garnicht erwarten, mit ihm zu sprechen und ihn zu sehen". Dass die Anklage wegen Rowdytums zunächst weiterhin bestand, trübte die Erleichterung allerdings. "Es ist noch nicht vorbei für ihn und die anderen und wir hoffen, dass diese Anklage sobald wie möglich fallengelassen wird, damit er mit seinem Leben weitermachen kann ohne diese fürchterliche Unsicherheit, die ihn ständig begleitet."

Zwei Tage später verlässt Kieron das Gefängnis. "Es war schwer", antwortet er auf die Frage der Journalisten, wie er die zwei vergangenen Monate in Haft erlebt habe. "Schwerer als alles andere ist die Isolation und mit niemandem reden zu können, 23 Stunden am Tag in einer Zelle eingesperrt zu sein." Was er nun tun werde? "Ich werde zum Hotel fahren, eine lange Dusche nehmen und mein Zimmer verlassen, wann immer ich will, niemals wieder ein Sudokurätsel machen und endlich mit meiner Familie sprechen."

Als er noch in Murmansk inhaftiert war, gab Kieron der britischen Zeitung "The Guardian" ein schriftliches Interview. Am Ende schreibt er: "Es gibt 30 Menschen, deren Leben unwiderruflich verändert wurden. Sie stammen aus 18 Ländern auf der ganzen Welt. 28 dieser Menschen kämpften für das, woran sie glauben und zwei Journalisten waren dabei, um ihre Geschichte zu dokumentieren. Jetzt können wir nur noch hoffen, dass die Welt ihr Recht darauf unterstützt und dass Russland zuhören wird."

Im Zuge der von der Duma beschlossenen Amnestie wurde die Anklage auf Rowdytum fallen gelassen. Gemeinsam mit vier der britischen Aktivisten kam Kieron am 27. Dezember 2013 in England an.

Im Video oben können Sie sich eine seiner Arbeiten ansehen.

Zum Weiterlesen:

Die Chronologie der Arctic 30

  • Kieron Bryan kommt auf Kaution frei, November 2013

    Kieron kommt frei

    Überspringe die Bildergalerie
  • Kieron Bryan verlässt das Gefängnis in St. Petersburg, November 2013

    "Nie mehr Sudoku"

    Überspringe die Bildergalerie
  • Kieron Bryan begrüßt seine Mutter am Bahnhof

    Wiedersehen in London

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Freiwillige helfen, die Strände von den Verschmutzungen zu befreien.

Ölkatastrophe in Israel

  • 03.03.2021

Die größte Ölkatastrophe in der Geschichte Israels ist auch ein Versagen der Politik. Satellitenbilder vom Mittelmeer zeigen, dass die Gefahr rechtzeitig zu erkennen gewesen wäre.

mehr erfahren
Die Esperanza fährt vor der Andrew-Plattform vorbei

Ölverschmutzung in der Nordsee

  • 17.08.2020

Eine starke Ölverschmutzung bei einer Plattform in der Nordsee dokumentierten Aktivistinnen und Aktivisten des Greenpeace-Schiffes Esperanza. Sie meldeten den Vorfall den Behörden.

mehr erfahren
Portrait Christian Bussau

Umweltkatastrophe in Arktis

  • 15.06.2020

Was bedeutet die Ölkatastrophe in Russland für Mensch, Tier und Umwelt – und wie hängt das alles mit der Klimakrise zusammen? Ein Interview mit Dr. Christian Bussau von Greenpeace.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktivisten vor BP-Hauptquartier in London

Weg vom Öl

  • 05.02.2020

Erster Tag im Amt, und schon Ärger mit Greenpeace: Auch vom neuen Chef des Ölkonzerns BP fordern die Umweltschützenden, endlich den Kurs auf Klimarettung zu stellen.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktivisten und Aktivistinnen protestieren im Schlauchboot vor der Brent Bravo und Brent Alpha. An einem Betonsockel hängt ein Banner "Clean up your mess, Shell!"

Dreckiges Ölgeschäft

  • 14.10.2019

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktive und kletterten auf zwei Plattformen.

mehr erfahren
Greenpeace-Kletterer protestieren an der BP-Plattform gegen weitere Bohrungen nach Öl. Sie haben ein Banner dabei mit der Aufschrift "Climate Emergency"

Öl auf Abwegen

  • 20.06.2019

Seit neun Tagen halten Greenpeace-Aktivisten und Aktivistinnen den Öl-Konzern BP in Atem; „Klimanotstand“ steht auf dem Banner, mit dem sie auf eine Ölplattform kletterten.

mehr erfahren