Skip to main content
Jetzt spenden
Abbau von Teersand in Kanada. September 2009
Colin O'Connor / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Im Golf von Mexiko strömen täglich 9,5 Millionen Liter Öl aus dem Bohrloch, von denen BP nach eigenen Angaben 2,3 Millionen abpumpt. Im gleichen Zeitraum pumpt die kanadische Ölindustrie über 500 (!) Millionen Liter giftige Abwässer in größtenteils natürliche Senkungen. Sogenannte saubere Verfahren wie beispielsweise die Lösung des Öl durch heißen Wasserdampfdruck verschaffen vor allem den Konzernen eine weiße Weste: Im Vergleich zum Abbau in offenen Minen erscheint die Umweltzerstörung in den Ölsandgebiete oberflächlich gering.

Solche In Situ- oder SAGD-Methoden sind wesentlich energieintensiver und damit klimaschädlicher als andere Abbaumethoden, erklärt Christoph von Lieven, Ölexperte bei Greenpeace. Die gelösten Giftstoffe bleiben von vorneherein in den tiefen Schichten verborgen und sickern ungesehen ins Grundwasser.

Während sich die Ölpest im Meer für BP zunehmend zu einer echten Katastrophe entwickelt, ist die Umwelt- und Menschenvergiftung in Kanada geduldetes Alltagsgeschäft. Den Unterschied bildet lediglich die Frage nach Schadensersatz, denn in Kanada muss die zivile Bevölkerung für die Schäden aufkommen, die durch die skrupellose Sucht nach Gewinnmaximierung entstehen.

Alles nur für das Öl und den Milliardengewinne, sagt von Lieven. Von Beyond Petrol wie der Firmenslogan verspricht, keine Spur. BP sei an einem der größten kanadischen Ölfelder, dem Husky-Feld, zu 50 Prozent beteiligt und plane eine Investition von drei Milliarden US-Dollar in eine weitere Raffinerie in Alberta.

{image_r}Noch im April 2010 fegten die Vorstände von BP einen Antrag vom Tisch, der auf den Ausstieg mehrerer Aktionärsgruppen aus dem Ölsandgeschäft abzielte. Das Argument: BP stände in Sachen umweltfreundliche Produktion an der Weltspitze und berücksichtige im globalen Vergleich die höchsten Umweltstandards. Dass dies eine dreiste Lüge war, ist durch die Ölkatastrophe am Golf offensichtlich, sagt von Lieven.

In Kanada hat BP ein leichtes Spiel, denn die Regierung selbst missachtet ihre Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll. Kanada hat zynischerweise im Juni 2010 beschlossen, den Treibhausgasausstoß statt der angekündigten 74 Megatonnen lediglich um zehn Megatonnen zu reduzieren, berichtet von Lieven. Das Land entzieht sich damit einer der wichtigsten Anstrengungen, die für eine Verlangsamung des Klimawandels notwendig sind.

Um Umweltverbrechen wie in Kanada oder im Golf von Mexico zu vermeiden, müssen fossile Energie-Lobbyisten Verantwortung übernehmen. Greenpeace fordert den Stop der Ölproduktion aus den Ölsanden. Die Abhängigkeit von fossilen oder tödlich strahlenden Energieträgern muss durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und eine höhere Energieeffizienz beendet werden.

 

  • Aktivisten entnehmen Proben von Seen neben der Ölsandindustrie in Alberta/Kanada, Juli 2009

    Aktivisten nehmen Proben

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Freiwillige helfen, die Strände von den Verschmutzungen zu befreien.

Ölkatastrophe in Israel

  • 03.03.2021

Die größte Ölkatastrophe in der Geschichte Israels ist auch ein Versagen der Politik. Satellitenbilder vom Mittelmeer zeigen, dass die Gefahr rechtzeitig zu erkennen gewesen wäre.

mehr erfahren
Die Esperanza fährt vor der Andrew-Plattform vorbei

Ölverschmutzung in der Nordsee

  • 17.08.2020

Eine starke Ölverschmutzung bei einer Plattform in der Nordsee dokumentierten Aktivistinnen und Aktivisten des Greenpeace-Schiffes Esperanza. Sie meldeten den Vorfall den Behörden.

mehr erfahren
Portrait Christian Bussau

Umweltkatastrophe in Arktis

  • 15.06.2020

Was bedeutet die Ölkatastrophe in Russland für Mensch, Tier und Umwelt – und wie hängt das alles mit der Klimakrise zusammen? Ein Interview mit Dr. Christian Bussau von Greenpeace.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktivisten vor BP-Hauptquartier in London

Weg vom Öl

  • 05.02.2020

Erster Tag im Amt, und schon Ärger mit Greenpeace: Auch vom neuen Chef des Ölkonzerns BP fordern die Umweltschützenden, endlich den Kurs auf Klimarettung zu stellen.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktivisten und Aktivistinnen protestieren im Schlauchboot vor der Brent Bravo und Brent Alpha. An einem Betonsockel hängt ein Banner "Clean up your mess, Shell!"

Dreckiges Ölgeschäft

  • 14.10.2019

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktive und kletterten auf zwei Plattformen.

mehr erfahren
Greenpeace-Kletterer protestieren an der BP-Plattform gegen weitere Bohrungen nach Öl. Sie haben ein Banner dabei mit der Aufschrift "Climate Emergency"

Öl auf Abwegen

  • 20.06.2019

Seit neun Tagen halten Greenpeace-Aktivisten und Aktivistinnen den Öl-Konzern BP in Atem; „Klimanotstand“ steht auf dem Banner, mit dem sie auf eine Ölplattform kletterten.

mehr erfahren