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Greenpeace protestiert mit der Beluga II vor dem Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht, Juni 2007
Martin Langer / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ein Greenpeace-Informant hatte am Nachmittag bei einer Messung festgestellt, dass die Wassertemperatur an der Auslaufstelle des Kühlwassers nicht nennenswert wärmer war als das normale Elbwasser, also 23,2 Grad Celsius. Das kann nur bedeuten: Der Reaktor produziert kaum Abwärme und kann daher nicht mit voller Leistung am Netz sein.

Auf Nachfrage bei der Kraftwerksleitung wurde zugegeben, dass das Kraftwerk derzeit keinen Strom mehr produziere. Die Vattenfall-Pressesprecherin sagte, es sei zu einer automatischen Abschaltung der Turbine gekommen. Die Ursache habe man bisher nicht ermitteln können. Die Reaktorleistung sei daraufhin auf 25 Prozent gedrosselt worden.

Das AKW Krümmel war im Sommer 2007 nach einem Trafobrand abgeschaltet worden. Immer neue Fehlermeldungen und Pannen verzögerten zwei Jahre lang die Wiederinbetriebnahme. Vor knapp zwei Wochen, am 19. Juni, gab die Atomaufsichtsbehörde im schleswig-holsteinischen Sozialministerium grünes Licht: Vattenfall durfte den Meiler wieder in Betrieb nehmen.

Nur vier Tage später, am 23. Juni, kam es zu einem Zwischenfall: Im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung wurde der Ausfall einer von drei Baugruppen zum zeitverzögerten Auslösen einer Reaktorschutzmaßnahme festgestellt. Am 29. Juni veröffentlichte die Atomaufsichtsbehörde dieses meldepflichtige Ereignis. Das heutige Ereignis haben weder Vattenfall noch die Behörde öffentlich bekannt gegeben.

Jetzt reicht's!, kommentiert Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Die Pannenserie des Atomkraftwerks Krümmel reißt nicht ab. Wie lange soll das noch so weitergehen? Muss erst ein nicht mehr beherrschbarer Störfall passieren, damit der Pannenreaktor endgültig vom Netz genommen wird?

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