Jetzt spenden
Symbol für Widerstand gegen Gorleben
Bente Stachowske / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ab dem 31. Mai können sich nach dem Willen des Bundesumweltministers Peter Altmaier (CDU) alle Bürger zum aktuellen Gesetzentwurf äußern. Diese Frist endet jedoch bereits am 2. Juni. Ganze drei Tage lang sollen die Bürger also Zeit bekommen, sich an einer Debatte zu beteiligen, die von 35 Jahren Fehlentscheidungen und Intransparenz geprägt ist. Die Verhandlungen um das neue Gesetz zwischen Bund, Ländern und Parteiern fanden in den vergangenen Monaten hinter verschlossenen Türen statt. Bürgerbeteiligung sieht anders aus.

Die Umweltverbände fordern Altmaier auf, das Gesetz grundlegend zu ändern. Dieses sollte vor allem das Ziel des Verfahrens beschreiben: Die Suche nach dem bestmöglichen Lagerort für hochradioaktiven Abfall. Die geplante Enquete-Kommission sollte breiter aufgestellt werden.

Es müssen nach Vorstellung der Verbände mehr Bürger und Vertreter verschiedener Bereiche der Wissenschaft beteiligt werden - und weniger Politiker. Schließlich soll es Aufgabe der Kommission sein, den Boden für eine breite gesellschaftliche Debatte zum Umgang mit Atommüll zu bereiten. Die Anwohner derzeitiger und möglicher zukünftiger Endlagerstandorte müssen die Chance haben, sich daran zu beteiligen.

Umweltverbände als „Feigenblatt“

„Bürgerbeteiligung bedeutet, dass die Bürgerinnnen und Bürger umfassend mitreden und mitentscheiden können. Die schwierige Suche nach einem Endlager in Deutschland wird nur mit einer umfassenden Bürgerbeteiligung zu einem akzeptablen Ergebnis kommen“, sagt Olaf Bandt, Bundesgeschäftsführer des BUND. Der Entwurf von Umweltminister Altmaier für ein Endlagersuchgesetz sieht lediglich Informationsrechte, jedoch keine Mitentscheidung für die Bürger vor.

„Ein ehrlicher Neuanfang für eine Endlagersuche erlaubt keine Vorfestlegungen“, sagt der Leiter des Klima- und Energiebereichs von Greenpeace, Thomas Breuer. „Insbesondere darf weder ein umfassendes Gesetz vor der gesellschaftlichen Debatte verabschiedet noch eine Behörde eingerichtet werden.“ Minister Altmaier will ein „Bundesamt für kerntechnische Entsorgung“ mit nie dagewesenen Kompetenzen einrichten, das zusätzlich zur Kommission bestehen soll. Deren Ergebnisse sollen erst in zwei Jahren vorliegen - also zwei Jahre nach der geplanten Verabschiedung des Gesetzes noch vor der Sommerpause.

„Das Gesetz ist mit heißer Nadel gestrickt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Umweltverbände nur als Feigenblatt herhalten sollen“, sagt Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt. „Die Verhandlungen der Parteien zum Neuanfang in der Endlagersuche laufen seit Ende 2011. Für eine breite Beteiligung wäre genügend Zeit gewesen. Diese jetzt an einem Wochenende nachzuholen, ist Beteiligungs-Simulation. Da machen wir nicht mit.“
 

Greenpeace Konzept zu einem Endlagersuchverfahren

Greenpeace Konzept zu einem Endlagersuchverfahren

Anzahl Seiten: 14

Dateigröße: 622.49 KB

Herunterladen

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

1986 ereignete sich in Tschornobyl eine Katastrophe: Das Atomkraftwerk explodierte, eine radioaktive Wolke verseuchte die Region und zog über Europa. Am 26. April jährt sich der Super-GAU zum 40. Mal.

mehr erfahren über Tschornobyl
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschornobyl

Seit 2016 schützte ein neuer, teurer Sarkophag die Umwelt vor des Strahlen Tschornobyls. 2025 beschädigte ihn ein russischer Drohnenangriff schwer. Ein neuer Report zeigt: er ist jetzt undicht.

mehr erfahren über Der Sarkophag in Tschornobyl
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Zwei Jahre ohne Atomkraft

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum endgültig abgeschaltet. Und das ist gut so!

mehr erfahren über Zwei Jahre ohne Atomkraft
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.

Fukushima 15 Jahre später

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, die Folgen sind bis heute zu spüren. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren über Fukushima 15 Jahre später
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht

9 Fakten über Atomkraft

Auch wenn immer wieder eine „Renaissance“ herbeigeredet wird: die Fakten sprechen gegen Atomkraft. Denn sie ist und bleibt unsicher, unzuverlässig, gefährlich, dreckig und teuer. Punkt. Aus.

mehr erfahren über 9 Fakten über Atomkraft
Der Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben 01/21/2011

Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren

Ein maroder Salzstock im niedersächsischen Gorleben war jahrzehntelang als Endlageroption für hoch radioaktiven Müll ausersehen. Aus politischen Gründen. Denn fachlich war klar: sicher ist er nicht.

mehr erfahren über Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren