Skip to main content
Jetzt spenden
Greenpeace-Aktion vor der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen 11/19/2010
Antonio Pisacreta / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Nur wenige Tage zuvor tummelte sich ein Großteil des Partei- und Bundesfraktions-Vorstandes auf den Protestkundgebungen im Wendland. In Gorleben protestieren und den Salzstock nicht als atomares Endlager ausschließen - das passt nicht zusammen, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl.

Auf dem Bundesparteitag in Freiburg soll nun ein Leitantrag zur Energiepolitik beschlossen werden. Dieser schließt den Salzstock Gorleben als möglichen Endlagerstandort allerdings nicht explizit aus! Er beinhaltet lediglich die Forderung, den Bau eines Endlagers in Gorleben sofort zu beenden. Bündnis 90 / Die Grünen müssen sich klipp und klar von Gorleben verabschieden. Sie sollten die Aufgabe des Salzstocks zur Grundbedingung für eine mögliche Regierungsbeteiligung auf Bundesebene machen, betont Riedl.

Inkonsequente Haltung

Von Beginn an ist die Partei Bündnis 90 / Die Grünen kritisch gegenüber einem atomaren Endlager in Gorleben eingestellt. Zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung von 1998 bis 2005 verhängte man gemeinsam mit der SPD eine zehnjährige Zwangspause für die Erkundung des Salzstockes. Aber: Der Standort Gorleben wurde nie endgültig aus der Endlagersuche herausgenommen, geschweige denn die Castor-Transporte in das Zwischenlager gestoppt.

Was bedeutet die inkonsequente Haltung für den Regierungskurs, den die Partei aktuell einzuschlagen scheint? Greenpeace-Experte Riedl stellt klar: Es wäre für die Grünen eine Schande, eine Endlagersuche zu beginnen, ohne zuvor ein ökologisch nachhaltiges und politisch weitsichtiges Endlagerkonzept zu entwickeln. Nur mit dem Ausschluss von Gorleben könne man bei den Grünen Glaubwürdigkeit und Regierungsfähigkeit demonstrieren, so der Atom-Experte.

Salzstock Gorleben als Endlager ungeeignet

Die Gorleben-Frage war schon immer eine politische - das deckten Greenpeace-Recherchen jüngst auf. Bei der Auswahl scheinen geologisch-wissenschaftliche Auswertungen weniger eine Rolle gespielt zu haben als politisches Kalkül: Aus Greenpeace vorliegenden Akten des BGR geht hervor, dass der Öffentlichkeit bei der späteren Erkundung des Salzstocks wesentliche Informationen vorenthalten wurden: Bereits 1982 stießen die Bohrmannschaften auf explosive Kohlenwasserstoffgase in unmittelbarer Nähe der geplanten Atommüllkammern.

Greenpeace fordert von den Grünen ein weitsichtiges und tragfähiges Endlagerkonzept, bevor mit einer neuen Endlagersuche begonnen wird.

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren