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Asse
dpa

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Gesprächsnotiz enthält einen Bericht der Projektgruppe Endlagerung radioaktiver Abfälle. Sie stellte damals fest, dass täglich etwa 700 Liter Lauge in die sogenannte 750-Meter-Sohle liefen, in der anschließend Atommüll versenkt wurde. Der Bericht lagert im Bundesarchiv in Koblenz. Er war mit einer Sperrfrist belegt und wurde kürzlich freigegeben.

Für die kostengünstige Entsorgung von Atommüll wurden von Anfang an Sicherheitsrisiken in Kauf genommen, sagt Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace. Jeden Tag kommen nun neue erschreckende Details aus der illegal betriebenen Atomanlage ans Licht. Smital fordert, alle bisher geheim gehaltenen Wassereintritte zum Schutz von Mensch und Umwelt sofort zu veröffentlichen. Es sei nicht auszuschließen, dass auch Wasser aus dem Salzstock austrete.

Aus dem Dokument geht hervor, dass damals vor allem der Preis positiv bewertet wurde: 600.000,-- DM mit Verhandlungsspielraum. Im Jahr 1965 kaufte der Bund die Anlage. Auf Grundlage der Gesprächsnotiz wurde sie drei Jahre später als sogenanntes Versuchsendlager unter Federführung des Bundesforschungsministeriums in Betrieb genommen.

Das aus drei weiteren Rissen stammende Süßwasser sollte nach Auffassung der Projektgruppe durch Zementieren eingedämmt werden. Diese Risse in der sogenannten Tübbingsäule waren bereits 1956 entdeckt worden.

Die Endlagerung von Atommüll in Salz ist auf voller Länge gescheitert, sagt Smital. Während in Berlin noch um einen Betreiberwechsel für die Asse gerungen wird, rollt schon der nächste Castor Richtung Gorleben. Aber der Salzschacht in Gorleben weist noch größere geologische Mängel auf als Asse II.

Ab Donnerstag findet in Berlin das Endlagersymposium statt. Dort werden die Grundlagen für die Entscheidung über ein Atommüllendlager getroffen. Die neuen Erkenntnisse um Asse müssen in die Debatte einfließen. An dem Symposium nehmen Politiker, Wissenschaftler und Vertreter kritischer Bürgerinitiativen teil.

Bundeskanzlerin Merkel, die schon das einstürzende Endlager Morsleben für sicher gehalten hat, darf nicht wieder geologische Bedenken ignorieren, so Smital.

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