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Die Pläne für den Versuchreaktor existieren bereits seit 2001. Doch die beteiligten Staaten - die EU, Russland, Japan, China, Südkorea und die USA - konnten sich nicht auf den Standort einigen. Zur Wahl stand neben Frankreich auch Japan. Der Demonstrationsreaktor, der um 2030 den Versuchsreaktor ablösen soll, wird voraussichtlich in Japan gebaut werden.

Energiegewinnung durch Kernfusion ist ein Traum, der seit vielen Jahren zig Millionen Euro an Forschungsgeldern in den Industriestaaten verschlingt. Bislang ohne jeden Nutzen, und daran wird auch der ITER nichts ändern. Selbst die Befürworter der Kernfusion gehen davon aus, dass die Technologie frühestens in 50 bis 80 Jahren zur Stromerzeugung beitragen kann.

Wahrscheinlicher ist, dass der gigantische Versuch in eine Sackgasse führt, denn die technischen Probleme sind enorm: Kernfusion ist der Versuch, die Vorgänge in der Sonne zu simulieren. Dafür sind Temperaturen von rund hundert Millionen Grad Celsius erforderlich.

Hinzu kommt, dass auch die angeblich so umweltfreundliche Kernfusion radioaktiven Müll erzeugt. Dass dieser nicht Zehntausende sondern nur 200 Jahre strahlt, dürfte den kommenden Generationen kein Trost sein. Zudem ist auch das radioaktive Material aus Kernfusionsreaktoren atomwaffentauglich. Die neue Technologie beschert uns damit eine ganze Palette weiterer atomarer Alpträume.

Klimafreundliche Alternativen sind längst vorhanden: Erneuerbare Energien sind umweltfreundlich, sicher und wesentlich kostengünstiger. Mit den zehn Milliarden Euro könnten wir Windkraftanlagen bauen, die rund siebeneinhalb Millionen europäische Haushalte mit Strom versorgen, rechnet Jan Vande Putte von Greenpeace International vor.

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