Skip to main content
Jetzt spenden
August/September 2005: Der "Schwarze See" liegt direkt am Sibirischen Chemiekombinat Sewersk/Tomsk-7 und ist hochgradig radioaktiv kontaminiert.
Robert Knoth / Greenpeace

Der Jahreskalender: Januar

Es gibt Tausende Gründe gegen Atomkraft. Der Jahreskalender erinnert im Januar an 31 Atomunfälle, die im Laufe der Zeit in diesem Monat geschehen sind.

1. Januar 1992: Indien, AKW Rajasthan 1: Vier Tonnen Schwerwasser laufen aus. Das Notkühlsystem des Reaktors wird aktiviert.

2. Januar 1958: UdSSR, Atomkomplex Majak bei Tscheljabinsk: Spontane Kettenreaktion in einer Uranylnitrat-Lösung in einer Versuchsabteilung. Drei Personen sterben.

3. Januar 1961: USA, Idaho National Engineering Laboratory: Eine Dampfexplosion im Versuchsreaktor SL-1 zerstört den Reaktor und tötet drei Techniker.

4. Januar 1999: USA, AKW Millstone in Connecticut: 3.180 Liter Abwasser mit Spuren von Tritium gelangen in den Long- Island-Sund.

5. Januar: Im Januar 1995 erfolgt im Block 3 des AKW Tschernobyl, Ukraine, eine Reaktorschnellabschaltung. Ein Arbeiter hatte ein falsches Ventil geschlossen.

6. Januar 1990: UdSSR, AKW Kalinin in Russland: Radioaktiv kontaminiertes Wasser läuft teils in das Reaktorgebäude, teils in die Kanalisation aus.

7. Januar 1989: USA, AKW H.B. Robinson 2 in South Carolina: Feuer durch Bedienungsfehler. Ein Belüftungssystem war an die zentrale Wasserstoffversorgung angeschlossen worden.

8. Januar 1986: Japan, AKW Fukushima Daiichi in der Präfektur Fukushima: Durch ein Feuer im Block 2 werden zwei Arbeiter verletzt.

9. Januar 1962: USA, Testgebiet Nevada: Unterirdischer Atombombentest Stoat im Rahmen der Operation Nougat. Radioaktivität gelangt in die Umwelt.

10. Januar 2006: Iran: Um die Urananreicherung wieder aufzunehmen, werden IAEA-Siegel an mehreren Atomanlagen trotz internationaler Proteste entfernt.

11. Januar 1997: Japanisches Meer: Nach einem Tankerunfall droht ausgetretenes Öl die Kühlsysteme von 15 japanischen AKWs in Küstennähe lahm zu legen.

12. Januar 1987: Frankreich, AKW Saint-Laurent-des-Eaux 1: Nach anhaltendem, sehr kaltem Wetter droht Eis auf der Loire die Wasseraufnahme des AKW zu behindern.

13. Januar 1988: Japan, AKW Fukushima Daiichi in der Präfektur Fukushima: In Block 6 bricht Feuer aus.

14. Januar 1969: Pazifik, nahe Hawaii: Nachdem sich Munition entzündet hat, bricht auf dem atomgetriebenen Flugzeugträger Enterprise der US-Marine Feuer aus.

15. Januar 1982: Golf von Mexiko: Verlust einer versiegelten radioaktiven Strahlenquelle während Ölbohrarbeiten.

16. Januar 1993: Im Januar 1993 bricht im AKW Kursk in Russland ein Rohr, radioaktive Aerosole verteilen sich in der Anlage.

17. Januar 1966: Spanien, Palomares: Ein US-B52-Bomber mit vier Atomsprengköpfen an Bord kollidiert in der Luft mit seinem Tankflugzeug. Plutonium wird frei.

18. Januar 1956: USA, Testgebiet Nevada: Im Rahmen des Projekt 56 Nr. 4 wird Plutonium gezielt freigesetzt.

19. Januar 1999: Japan, AKW Fukushima Daini in der Präfektur Fukushima: Feuer in der Verbrennungsanlage zur Volumenreduktion fester radioaktiver Abfälle.

20. Januar: Im Januar 1994 gelangt wegen eines Ventilschadens radioaktiv kontaminiertes Kühlwasser in ein Druckluftsystem von Block 4 des AKW Saporoschje, Ukraine.

21. Januar 1968: Grönland, Thule: Ein US-B52-Bomber mit vier Atomsprengköpfen an Bord stürzt nahe dem Luftwaffenstützpunkt ab. Plutonium verteilt sich großflächig.

22. Januar 1984: Niederlande, AKW Borssele: Extremes Niedrigwasser und starke Winde führen zum Ausfall des Nebenkühlwassersystems.

23. Januar 1990: Kanada, AKW Bruce in der Provinz Ontario: Fehler in der Software. Während der Brennstoffbeladung ereignet sich ein Unfall. Radioaktivität wird frei.

24. Januar 1978: Der sowjetische Satellit Kosmos-954 stürzt im Norden Kanadas ab. Radioaktives Material wird über 124.000 Quadratkilometer verteilt.

25. Januar 1981: USA, AKW Ginna im Staat New York: Der Bruch einer Rohrleitung führt zur Freisetzung von radioaktivem Kühlmittel als Flüssigkeit und Dampf.

26. Januar 1999: USA, Las Vegas in Nevada: Ein Feuchtigkeits- und Dichtemessgerät mit einer radioaktiven Strahlenquelle wird von einem Pick-up-Truck gestohlen.

27. Januar 1951: USA: Beginn der Atombombentests im Testgebiet Nevada. 904 Tests wurden zwischen 1945 und 1992 allein hier durchgeführt.

28. Januar 2001: Griechenland: 245 plutoniumhaltige Metallplättchen werden nahe dem Dorf Asvestochori in einem Versteck im Wald gefunden.

29. Januar 1965: USA, Testgebiet Nevada: Unterirdischer Atombombentest Tern, Operation Whetstone. Radioaktivität wird in die Umwelt freigesetzt.

30. Januar 1963: UdSSR, Sibirisches Chemiekombinat in Sewersk/Tomsk-7: In einer Uranylnitrat-Lösung in einem Sammelbehältnis kommt es zu Kettenreaktionen.

31. Januar 2001: USA, AKW La Salle in Illinois: Durch Ausfall eines der Haupttransformatoren schaltet sich der erste Block automatisch ab.

Anmerkung: Die meisten Vorfälle sind auf den Tag genau ermittelt, diese Eintragungen beginnen mit der Jahreszahl. Vorfälle, für die sich aus den von uns benutzten Quellen nur der Monat nachweisen ließ, stehen im Fließtext mit der Jahresangabe im Satzverlauf.

  • Musljumowo: Disko am Samstagabend, September 2005.

    Musljumowo: Disko am Samstagabend

    Überspringe die Bildergalerie
  • Ein Pferd auf der Hauptstraße in Musljumowo

    Pferd in Musljumowo

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Brände nahe Tschornobyl

  • 20.05.2022

Immer wieder kommt es zu Bränden um Tschornobyl, unter großem Einsatz der Feuerwehrleute vor Ort. Das zeigt: Ein GAU ist niemals abgeschlossen.

mehr erfahren
‘Taxonosaurus’ Dinosaur at EU Commission HQ in Brussels

EU-Taxonomie nach russischem Wunsch

  • 17.05.2022

Eine EU-Nachhaltigkeitstaxonomie, die Gas und Atomkraft fördert, begünstigt vor allem Russlands Wirtschaft. Kein Zufall: Darauf haben russische Unternehmen hinter den Kulissen hingewirkt.

mehr erfahren
Radiation Measurement in Chernobyl

36. Jahrestag der Tschornobyl-Katastrophe

  • 26.04.2022

Welche Gefahr geht heute noch von dem havarierten Atomkraftwerk in Tschornobyl aus? Wir fragten den Greenpeace-Atomexperten Heinz Smital.

mehr erfahren
Abandoned Toys in Pripyat

Tschernobyl

  • 09.03.2022

Am 26. April 1986 erschüttert eine Explosion das Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine radioaktive Wolke verseucht die Region und zieht über Europa. Ursache sind menschliches Versagen und technische Mängel.

mehr erfahren
Ghost Town Pripyat near Chernobyl

Tschernobyl: Folgen des Super-GAU

  • 01.03.2022

Die Explosion des Tschernobyl-Reaktors am 26. April 1986 setzt mehrere Tonnen hochradioaktives Material frei und verseucht die Region. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind heute noch spürbar.

mehr erfahren
Die vier Kühltürme des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei

Greenwashing durch EU-Nachhaltigkeitstaxonomie

  • 02.02.2022

Kapern Atomenergie und Gas gerade den Green Deal der EU und machen ihn damit unbrauchbar? Umweltschützende protestieren gegen den Plan, Risikotechnologien als nachhaltig zu verkaufen.

mehr erfahren