Skip to main content
Jetzt spenden
2005: Nastya Eremenko (9) wurde im Alter von drei Jahren Krebs diagnostiziert, in Folge der Atomkatastrophe von Tschernobyl..
Robert Knoth / Greenpeace

Der Jahreskalender: August

Zwischen 1945 und 2002 ereigneten sich im Monat August zahlreiche Atomkatastrophen. Der Jahreskalender soll an sie erinnern.

1. August 1958: Pazifik, Johnston Insel: Atombombentest der USA Teak im Rahmen der Operation Hardtack 1 in 77 Kilometern Höhe.

2. August 1993: Russland, Atomkomplex Majak bei Tscheljabinsk: Bruch einer Rohrleitung aufgrund von Korrosion. Radioaktives Material läuft aus.

3. August 2001: Deutschland, AKW Lingen (Emsland): Teilweiser Ausfall der Brandmeldeanlage durch Überspannung infolge Blitzeinschlag.

4. August 1962: UdSSR, Testgebiet Semipalatinsk im Osten von Kasachstan: Oberirdischer Atombombentest.

5. August 2003: USA, Los Alamos National Laboratory: Wegen zu langer Lagerung einer Verpackung werden Arbeiter in der Plutoniumanlage mit Plutonium kontaminiert.

6. August 1945: Japan: Der US-B29-Bomber Enola Gay wirft die Atombombe Little Boy über Hiroshima ab. Bis Ende Dezember 1945 sterben etwa 140.000 Menschen.

7. August 1962: UdSSR, Testgebiet Semipalatinsk im Osten von Kasachstan: Oberirdischer Atombombentest.

8. August 1997: Russland, Insel Sachalin: Der Generator eines Leuchtturms, der radioaktive Substanzen enthält, wird im Ochotskischen Meer notentsorgt.

9. August 1945: Japan: Die USA werfen die Plutoniumbombe Fat Man über Nagasaki ab. Bis November 1945 sterben etwa 74.000 Menschen.

10. August 1985: UdSSR, Tschaschma-Bucht: Explosion im Reaktor des atomgetriebenen U-Boots K-431 während der Beladung mit Brennstoff. Radioaktivität gelangt in Luft und Wasser.

11. August 1988: Argentinien, AKW Atucha 1: Steigende Aktivität und Vibration im Reaktor führen zu einer Notabschaltung. Brennstabteile werden im Reaktorkessel gefunden.

12. August 2000: Barentssee: Feuer und Explosion in der ersten Sektion des russischen Atom-U-Boots K-141 Kursk. Es sinkt, 118 Besatzungsmitglieder sterben.

13. August 1991: USA, AKW Nine Mile Point im Staat New York: Defekt im Haupttransformator führt zur Abschaltung des Reaktors. Ungenügend Notstrom steht zur Verfügung.

14. August 1993: Deutschland, AKW Krümmel: Zwei Armaturen, die bei Störfällen die Sicherheits- und Entlastungsventile offen halten müssen, funktionieren nicht.

15. August 1974: Pazifik, Atolle Moruroa und Fangataufa: Frankreich führt den oberirdischen Atombombentest Scorpion durch.

16. August 1983: USA, Golf von Mexiko: Verlust versiegelter Strahlenquellen, die Radioaktivität in die marine Umwelt freisetzen können.

17. August 1995: China, Testgebiet Lop Nor in der Provinz Sinkiang: Unterirdischer Atombombentest.

18. August 1997: Deutschland, AKW Biblis B: Während einer Revision fallen zwei der vier Nebenkühlwasserpumpen aus, eine weitere steht wegen Reparaturen nicht zur Verfügung.

19. August 1998: USA, Argonne National Laboratory West in Idaho: Elf Arbeiter werden bei Wartungsarbeiten an einer der heißen Zellen radioaktiv kontaminiert.

20. August: Im August 1995 verhakt sich im AKW Ignalina in Litauen ein Kran, der im Bereich der Brennstoffbeladung arbeitet, in ein Stromkabel. Der Strom fällt aus.

21. August 1962: UdSSR, Testgebiet Semipalatinsk im Osten von Kasachstan: Oberirdischer Atombombentest.

22. August 1996: Costa Rica, San José: Eine medizinische Strahlenquelle wird falsch kalibriert. Patienten werden dadurch zu hohen Strahlendosen ausgesetzt.

23. August 1988: Deutschland, AKW Isar 1: Reaktorschnellabschaltung durch niedrigen Füllstand im Reaktordruckbehälter.

24. August 1992: USA, AKW Turkey Point in Florida: Während Hurrikan Andrew lösen Fehlalarme im Brennelemente-Lager Besorgnis aus. Es war während des Sturms nicht zugänglich.

25. August 1984: Vor der Küste von Zeebrugge: Frachter Mont Louis kollidiert mit der Autofähre Olau Britannia und sinkt mit 30 Containern Uranhexafluorid an Bord.

26. August 1997: Georgien, militärisches Trainingslager Lilo: Ein Strahlungs-Hotspot wird nahe den unterirdischen Schutzanlagen gefunden.

27. August 2001: Deutschland, AKW Philippsburg 2: Zwei Wochen nach einer Revision fällt auf, dass das Vergiftungssystem, das zur Verfügung stehen muss, nicht einsatzfähig ist.

28. August 2002: Deutschland, AKW Biblis B: Der Schalter für die automatische Notstandsstromversorgung ist ausgeschaltet.

29. August 1949: UdSSR, Testgebiet Semipalatinsk im Osten von Kasachstan: Erster oberirdischer Atombombentest der UdSSR. Radioaktiver Fallout geht über Teilen des Altai-Gebietes nieder.

30. August 1956: UdSSR, Testgebiet Semipalatinsk im Osten von Kasachstan: Oberirdischer Atombombentest.

31. August 1962: UdSSR, Testgebiet Semipalatinsk im Osten von Kasachstan: Oberirdischer Atombombentest.

Anmerkung: Die meisten Vorfälle sind auf den Tag genau ermittelt, diese Eintragungen beginnen mit der Jahreszahl. Vorfälle, für die sich aus den von uns benutzten Quellen nur der Monat nachweisen ließ, stehen im Fließtext mit der Jahresangabe im Satzverlauf.

  • Majak Männer beim Picknick, September 2001

    Majak Männer beim Picknick

    Überspringe die Bildergalerie
  • Ramsis Faisullin aus Kurmanowo in der Region Majak, August 2001

    Majak Opfer

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Brände nahe Tschornobyl

  • 20.05.2022

Immer wieder kommt es zu Bränden um Tschornobyl, unter großem Einsatz der Feuerwehrleute vor Ort. Das zeigt: Ein GAU ist niemals abgeschlossen.

mehr erfahren
‘Taxonosaurus’ Dinosaur at EU Commission HQ in Brussels

EU-Taxonomie nach russischem Wunsch

  • 17.05.2022

Eine EU-Nachhaltigkeitstaxonomie, die Gas und Atomkraft fördert, begünstigt vor allem Russlands Wirtschaft. Kein Zufall: Darauf haben russische Unternehmen hinter den Kulissen hingewirkt.

mehr erfahren
Radiation Measurement in Chernobyl

36. Jahrestag der Tschornobyl-Katastrophe

  • 26.04.2022

Welche Gefahr geht heute noch von dem havarierten Atomkraftwerk in Tschornobyl aus? Wir fragten den Greenpeace-Atomexperten Heinz Smital.

mehr erfahren
Abandoned Toys in Pripyat

Tschernobyl

  • 09.03.2022

Am 26. April 1986 erschüttert eine Explosion das Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine radioaktive Wolke verseucht die Region und zieht über Europa. Ursache sind menschliches Versagen und technische Mängel.

mehr erfahren
Ghost Town Pripyat near Chernobyl

Tschernobyl: Folgen des Super-GAU

  • 01.03.2022

Die Explosion des Tschernobyl-Reaktors am 26. April 1986 setzt mehrere Tonnen hochradioaktives Material frei und verseucht die Region. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind heute noch spürbar.

mehr erfahren
Die vier Kühltürme des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei

Greenwashing durch EU-Nachhaltigkeitstaxonomie

  • 02.02.2022

Kapern Atomenergie und Gas gerade den Green Deal der EU und machen ihn damit unbrauchbar? Umweltschützende protestieren gegen den Plan, Risikotechnologien als nachhaltig zu verkaufen.

mehr erfahren